IDIOMATIK UND PHRASEOLOGIE

Kurze Texte

© Justo Fernández López


 

[1]            Ihn, Haider, träfe keine Mitverantwortung am Scheitern der FPÖ. Haider: "Ich habe mir wirklich nichts vorzuwerfen. Mit etwas Abstand wird man das erkennen." Mit dem Umstand, nicht mehr beliebt zu sein, könne er leben. Haider: "Ich habe immer 75 Prozent gegen mich gehabt. Kärnten war nur kurzfristig irritiert."

[2]            Egal, ob Wladimir Putin im Tschetschenien-Konflikt Akteur oder doch mehr Getriebener war: Die Erbsünde, mit der er sein Amt antrat, hat ihn eingeholt.

[3]            Den Kanzler-Plan hab´ ich zurück gestellt, meine Aufbauarbeit wurde zunichte gemacht ..." Resigniert zeigt sich Jörg Haider im neuen NEWS. Er will nicht mehr in der Bundespolitik mitmischen, sich "das nicht mehr antun", sagt der Kärntner Landeshauptmann. Zum Wahlausgang meint Haider: "Ich nehme es relativ locker, weil sich das Ergebnis doch lange abgezeichnet hatte."

[4]            Ein stolzer Privatunternehmer hat in jeder Sekunde seiner Existenz die Wahl zwischen drei Entscheidungen: Love it – change it – or leave it. Die besten Unternehmer jammern nicht. Sie reden sich nicht auf andere aus. Sie wissen ihr Schicksal in der eigenen Hand. Wer gute Produkte hat, mit dem Kopf des Konsumenten denkt und über die Grenzen schaut, ist von den schwankenden Gestalten der Politik unabhängig.

[5]            Weil Leistung zählen soll. Welche Leistung? Die Leistung, als Kind halbwegs wohlhabender Eltern in einem Staat der Ersten Welt geboren worden zu sein? Die Leistung, (noch) einen Arbeitsplatz zu haben? Die Leistung, (noch) gesund zu sein? Und wie soll Leistung zu Buche schlagen?

[6]            Was zur Frage führt, wer, angesichts eines Muskel strotzenden Schüssel, diesbezüglich ein koalitionäres Korrektiv darstellen könnte. Die Grünen? Wohl kaum. Es gibt nur eine Antwort: die immer noch große SPÖ. In Wahrheit läge in dieser schwarz-roten Regierungskombination auch die einzige echte Chance der Sozialdemokraten zur Neuprofilierung. Die SPÖ aber begreift, siehe oben, nicht die Zeichen der Zeit.

[7]            Für die irrational erscheinenden Wählerwanderungen des 24. November haben die beiden Großparteien völlig konträre Erklärungsmuster. Die ÖVP schaut sich fasziniert an, auf welche Resonanz ihre Lockrufe an Bevölkerungsgruppen, die bisher mit der Volkspartei nichts am Hut hatten, gestoßen sind.

[8]            Es war seitens der Europäer richtig, nicht nur innerhalb der Nato auf die Errichtung eines "starken europäischen Pfeilers" hinzuarbeiten, sondern ab 1999 sogar mit einer eigenen Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur zu beginnen. Falsch beziehungsweise eine Schwächung der eigenen Position war es aber, dem praktisch keine Taten folgen zu lassen. So kann die von manchen erträumte Emanzipierung von den USA nicht gelingen. Was das heißt, haben die Versuche der Türkei gezeigt, die Union mithilfe der Amerikaner zu erpressen. Wenigstens in dieser Frage haben die EU-Spitzen Flagge gezeigt und den illusorischen Termin zum Start von Beitrittsverhandlungen nicht zugesagt.

[9]            Dies ist - jenseits allen Pathos - das Entscheidende: Mit der Aufnahme der zehn Kandidatenländer in den "Raum des Friedens, der Freiheit und des Rechts", wie es im EU-Vertrag heißt, geht das Jalta-Europa, die in Krieg und Feindschaft geschaffene Nachkriegsordnung, zu Ende. Fast 90 Millionen Menschen erhalten so eine zusätzliche Chance, ihren Wohlstand zu vergrößern.

[10]       Bundeskanzler Schüssel wird erkennen: Wer sich im Kreise von 15 ins Eck manövriert, wird in einer Union der 25 kaum im Mittelpunkt stehen. Österreich ist am Freitag nicht nur durch die EU-Erweiterung, sondern auch durch ungeschickte Politik seiner Regierung zu einem kleineren EU-Land geworden.

[11]       Gleichzeitig läuft in den Kinos ein Film über Österreichs auflagenstärkste Zeitung, der - ebenfalls "in aller Klarheit" - zeigt, wie sich die politische Elite des Landes bis hinauf zum HBP von einer Zeitung mit Stammtischniveau an der Leine führen lässt, dass man stellenweise glaubt, es handle sich um eine Satire.

[12]       Tatsächlich neigen engagierte idealistische Personen und Politiker gelegentlich zur Spaltung in Gut und Böse: ÖVPler sind demnach des kapitalistischen Teufels und sexistische Patriarchen, Grüne und andere Alternative hingegen nur ehrlich und menschenfreundlich bis in die Zehenspitzen.

[13]       Auf Koalitionsspekulationen bzw. Vermutungen zu seiner persönlichen Zukunft will Khol auch in diesem Interview nicht näher eingehen. Dem scheidenden Nationalratspräsidenten Heinz Fischer (S) streut er aber Rosen: "Heinz Fischer, das sage ich aber klar, hat sein Amt unglaublich sachkundig ausgeübt, nicht umsonst habe ich ihm den Spitznamen 'Salomon' gegeben. Sein Nachfolger wird es schwer haben, so gut zu sein wie er". Pikanterie am Rande: Khol wird aller Voraussicht nach selbst dieser Nachfolger sein. (APA)

[14]       In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Format" kündigt ÖVP-Verhandler Wilhelm Molterer eine Koalitionsvorentscheidung für Jänner an: "Die Nebel müssen sich lichten. Ich weiß jetzt nicht wie die künftige Regierungskonstellation ausschauen wird, aber im Jänner wird der Druck stärker werden. Da müssen wir Klarheit schaffen."

[15]       Der Bundespräsident hat dem Bundeskanzler gegenüber sein Interesse an einer stabilen Regierung deponiert. Sonst wollte der FPÖ-Obmann das Gespräch mit Klestil in der Öffentlichkeit nicht kommentieren.

[16]       Die Revolution hat nicht stattgefunden. Herbert Haupt tritt ab sofort nicht nur als interimistischer, sondern auch als gewählter Parteiobmann in die anstehenden Regierungsverhandlungen.
Was auf den ersten Blick wie die Entscheidung in einem monatelangen Machtkampf aussieht, ist sowohl aus Sicht der FPÖ als auch im Hinblick auf die gesamtösterreichische Parteienlandschaft kaum mehr als die Wiederherstellung eines Zustandes, der uns gerade erst vorgezogene Neuwahlen
beschert hat. Der Parteitag in Salzburg hat einmal mehr gezeigt, dass die FPÖ eben keine normale Partei ist.
Wäre es so, dann hätte es an der Spitze einen echten Macht- und damit auch Richtungswechsel gegeben. Jörg Haider wäre demnach Teil der Parteigeschichte und wohl auch seinen Posten als Kärntner Landeshauptmann los. Doch selbst die nachhaltige Schwächung Haiders durch reihenweise Fehlentscheidungen und eine historische Wahlniederlage haben nicht dazu geführt.
Verhindert von einem Fanclub, der zwar mehrheitlich an seinem Idol zweifelt, aber gleichzeitig zu schwach ist, um sich neu auszurichten. Was sich in den vergangenen Wochen
im Brennglas medialer Berichterstattung als Gegenrevolution dargestellt hat, war nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas.

[17]       Die FPÖ sieht sich nach dem Parteitag vom Sonntag konsolidiert und gerüstet für eine Neuauflage von Schwarz-Blau. Alles hängt nun davon ab, ob die ÖVP die Machtkämpfe bei den Freiheitlichen als beendet betrachtet und mit der nunmehrigen Führung zusammenarbeiten will. Die ÖVP hält sich aus taktischen Überlegungen jedoch noch bedeckt.

[18]       Die SPÖ leckt ihre Wunden und bereitet sich auf die Opposition vor. An die große Koalition glauben nur noch wenige. Intern wird am Wahlkampf Kritik geübt, aber kaum an Alfred Gusenbauer.

[19]       Haupts Appelle an die Einigkeit und die Vernunft waren Durchhalteparolen nach einem desaströsen Wahlergebnis. Eine personelle Alternative zu ihm ist derzeit nicht in Sicht. Viele in der FPÖ denken in Schwarz und Weiß, teilen ein in Gut und Böse. Ein Norbert Gugerbauer würde die Partei in der jetzigen Situation tatsächlich spalten. Die überzeugten Haider-Fans sind nach wie vor in der Überzahl, sie werden mit Haupt gut bedient. Die anderen, die in einem Kurs der Emanzipation von Haider die richtige Richtung sehen, müssen sich in Geduld üben. Auf absehbare Zeit wird Haupt den Kurs vorgeben, und der wird sich inhaltlich mit der Linie Haiders decken.

[20]       Haupts Rede war als "Erklärung der freiheitlichen Einigkeit" deklariert. Diese Einigkeit wird Haupt aber erst schaffen müssen. Zehn Prozent stimmten gegen ihn, und nicht alle, die für ihn stimmten, taten das mit Begeisterung. Am Parteitag zeigte sich deutlich, dass es nicht nur zwei, sondern mehrere Lager gibt, die einander mit Misstrauen begegnen.

[21]       Zwei Abwesende prägten den Sonderparteitag der FPÖ: Jörg Haider und - als Synonym für die innerparteiliche Gegenbewegung - Norbert Gugerbauer. Aus Sicht der FPÖ war beiden zu danken, dass sie nicht erschienen sind. Nur so konnte die Wahl von Herbert Haupt zum Parteichef ohne größere Turbulenzen über die Bühne gehen. Der Aufstand der Basis und der gemäßigten Gruppe um Gugerbauer wurde schon im Keim erstickt.

[22]       Martin Kreßl dagegen, der vom Parteiausschluss bedroht ist, brach als Einziger eine Lanze für Susanne Riess-Paser, Peter Westenthaler und Karl-Heinz Grasser. An der Wahlniederlage seien jene in der Partei schuld, die die "hervorragende Regierungsmannschaft selbst in die Luft gesprengt haben".

[23]       Der oberösterreichische Landesrat Hans Achatz ließ aufhorchen: "Wir werden keine Ruhe haben, solange Jörg Haider nicht weg ist." Um das einzusehen, sei "politische Erkenntniskraft" gefragt. "Jörg Haider verdient es, dass ihm Achtung dafür entgegengebracht wird, dass er den Weg frei gemacht hat."

[24]       Unumwunden betonte Haupt in seiner Parteitagsrede, dass die FPÖ selbst die Schuld an ihrer Niederlage trage. (...) Mit Nachdruck wandte er sich gegen die angeblich von den Medien inszenierte Rolle (Jörg) Haiders als 'Buhmann der Nation'. (...) Haupt machte deutlich, dass Haider sich nunmehr endgültig aus der Bundespolitik zurückziehe; derartige 'Rückzieher' gab es jedoch schon zu viele, als dass sie noch ernst zu nehmen wären. Der scharf rechtsgerichtete FPÖ-Volksanwalt Ewald Stadler wurde noch deutlicher: 'Es bleibt die Partei des Jörg Haider, und wir lassen uns von der Österreichischen Volkspartei nicht vorschreiben, welche Rolle der Jörg zu spielen hat...'

[25]       Der neue FPÖ-Chef Herbert Haupt habe sich unmissverständlich für eine neuerliche Regierungsbeteiligung seiner Partei ausgesprochen, auch wenn sich die Rahmenbedingungen für sie massiv verschlechtert hätten, schreibt am Montag die "Neue Zürcher Zeitung" über die Ergebnisse des Salzburger Bundesparteitags vom Sonntag. Das "Aufbegehren gegen den nunmehr dominierenden rechtsgerichteten Parteiflügel der 'Knittelfelder Putschisten'" sei im Sand verlaufen.

[26]       Der Masseverwalter ist bestellt. Wie es mit den angeschlagenen Freiheitlichen sonst weitergeht, soll im Jänner 2003 entschieden werden. Ein wahrscheinlich windelweicher Ausgleich ist ebenso möglich wie, längerfristig betrachtet, ein Konkurs. Denn wozu soll diese FPÖ überhaupt noch gut sein?

[27]       Glaubt sie an Haiders Rückzug? „Da bräuchte ich eine Glaskugel.“

[28]       An Bord holen konnte Herbert Haupt eine der massivsten Kritikerinnen des Knittelfeld-Kurses der FPÖ, Daniela Raschhofer.

[29]       Der Welser Mandatar fuhr auch scharfe Geschütze gegen Karl-Heinz Grasser auf, dem er die höchste Steuer- und Abgabenquote der Zweiten Republik zuschrieb. Auch andere mokierten sich über jene, die mit ihrem Regierungsaustritt die Neuwahl vom Zaun gebrochen hätten: "Grasser, Riess-Passer und Westenthaler sind die Verräter der Partei", tönte der Bundesobmann der Invaliden, Franz Cavagno. In der Minderheit blieb der niederösterreichische Redner Robert Luger, der im Gegensatz zur Parteilinie forderte, von einer weiteren Regierungsbeteiligung abzusehen. Eine Fortsetzung der Koalition hielte er für einen "sehr großen Fehler".

[30]       Strutz ist so auch überzeugt, dass Haupt die Verhandlungen über eine neue Koalition mit der ÖVP so führen werde, dass die Freiheitlichen nicht über den Tisch gezogen würden.

[31]       Ich glaub nicht, dass diese drohende Enthüllung ihn zur Rücknahme der anstehenden Parteiausschlüsse bewog. Der hat schon ganz anderen Dreck am Stecken.

[32]       Volksanwalt Ewald Stadler griff in seiner Rede den bisherigen Koalitionspartner ÖVP frontal an. Diese habe die Wahl mutwillig vom Zaum gebrochen, müsse nun aber akzeptieren, dass die FPÖ kein Filialbetrieb der Volkspartei sei. Es könne nicht angehen, dass die ÖVP bestimmt, wer in der FPÖ das Sagen habe.

[33]       Er war, ist und hat sich auch für die Zukunft als solcher geoutet: ein nicht resozialisierbarer rechtsauslegender Stänkerer.

[34]       Haupt propagiert die Fortsetzung der schwarz-blauen Koalition. Für die FPÖ wohl tatsächlich die attraktivere Variante. Als Zehn-Prozent-Partei ist in der Opposition nur wenig auszurichten. Geht es nach der FPÖ, wird es eine Regierungszusammenarbeit mit der ÖVP geben. Es wird alleine an der Volkspartei liegen, die FPÖ zu erhören oder nicht. Die Chancen auf Schwarz-Blau sind nach diesem Parteitag nicht gestiegen. Die Delegierten haben bewiesen, dass sie ein Risiko sind. Die Lust, Schüssel bei nächster Gelegenheit eine aufs Haupt zu schlagen, ist in der FPÖ latent vorhanden.

[35]       Die Freiheitlichen werden zwar handzahm in die Verhandlungen gehen und bescheiden sein, was die Zahl der Regierungsämter betrifft. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die freiheitliche Zerstörungswut wieder durchschlägt und in Knittelfeld oder wo auch immer der nächste Putsch stattfindet.

[36]       Bei "Aus die Maus" etwa ist nachzulesen, dass die Wendung aus der "Sendung mit der Maus" stammt und in die Umgangssprache eingegangen ist in der Bedeutung von "Jetzt ist Schluss".

[37]       Also ich verwende mehrere Browser: Und das nicht aus Gründen des Webdesigns. Sondern aus Gründen der Funktionalität. Und weil keiner optimal ist. Für Mozilla ist meine Kiste zu schwach, daher Opera, Netscape(4.78), K-Meleon. IE ist mir ziemlich unsympathisch, aber es gibt Seiten, die mit nichts anderem funktionieren, oft ist es allerdings auch umgekehrt. Ich verstehe nicht, wie man mit einem Browser das Auslangen findet. Das hieße ja, dass dieser wirklich gut sein müsste.

[38]       Über ungelegte Eier gackert man nicht.
> cacarear sin poner el huevo / cantar victoria antes de tiempo

[39]       Haider kennt das Ausmaß seiner Niederlage. Wie seine jüngsten Interviews zeigen, bleibt ihm nur ein abgrundtiefer und hilfloser Hass gegen den einzigen Konkurrenten, dem er nicht gewachsen war.

[40]       Die Exportzuwächse in den Irak sind beachtlich, nach 85,6 Millionen Euro im Jahr 2001 wurden im ersten Halbjahr 2002 allein 79,5 Millionen Euro erzielt. Und wer die Nase rümpft über die amoralischen Europäer: Bis vor einem halben Jahr haben amerikanische Ölfirmen eine Million Barrel Öl pro Tag im Irak eingekauft.

[41]       Alles, was ein Politiker tut, hat eine politische Konnotation, und wenn er dem nicht Rechnung trägt, dann ist er eben kein Politiker, sondern irgendetwas anderes.

[42]       Alle Bezichtigungen Haiders gegen andere (Treulosigkeit, Charakterlosigkeit, Undankbarkeit und so weiter), treffen exakt auf ihn selber zu.

[43]       Unter der Oberfläche brodelt es ja seit Knittelfeld gewaltig. Fassungslos beobachten viele rackernde Funktionäre, wie der Amoklauf des egomanischen Polit-Playboys ihre bisherige Arbeit ruiniert. Der blaue Abgeordnete Alois Pumberger, FP-Obmann von Ried im Innkreis, brachte es auf den Punkt: Die Angriffe auf Riess-Passer, Grasser und Westenthaler verlangten den Ausschluss von Haider, Achatz und Stadler.

[44]       Berlusconi stößt Fiat vor den Kopf. Italienischer Regierungschef:  "Mit einem besseren Management könnte Fiat diese vorübergehende Krise bewältigen": Mit diesen Worten hat Regierungschef Silvio Berlusconi am Dienstag Abend für Spannungen mit dem Krisen geschüttelten Turiner Autokonzern gesorgt. "Für Fiat gibt es viel zu tun. Wenn ich frei wäre, würde ich mich vorschlagen, um die Führung des Konzerns zu übernehmen", betonte Berlusconi bei der Vorstellung eines Buches des italienischen Starjournalisten Bruno Vespa in Rom.
> dar un desplante / dejar mal a alguien

[45]       Die neue Regierung dürfte auf sich warten lassen - jede Koalitionsvariante hat ihre Tücken.

[46]       Generell gehe es darum, sagte der Sozialminister, die "im internationalen Vergleich exorbitant gute erste Säule" der Pension "möglichst auch für die junge Generation hoch zu halten". Und schließlich sei es notwendig, die Rahmenbedingungen insgesamt zu verbessern. Dazu zähle beispielsweise auch die Prävention, damit die heute hohe Zahl von 120.000 Arbeitsunfällen, die zu Invaliditätspensionen führe, gesenkt werde. Ziel sei dabei, auf "unter 100.000 zu kommen". Damit sei auch "gewährleistet, dass Menschen nicht vorzeitig aufs Abstellgleis kommen".

[47]       Ich bekomme seit ein paar tagen Email’s mit der Beschwerde : "Ihre Virenverseuchte mail können sie sich in die Haare schmieren … bitte nicht wieder" und ähnliche.

[48]       Mit der SHIFT-Taste komme ich überhaupt nirgendwo hin, geschweige denn in den Safe-Mode. Also immer hübsch F8 drücken wenn die Meldung erscheint "Windows wird gestartet". Dann heißt es aber schnell sein.

[49]       Frust über grüne Gesprächsverweigerung. Seit sich die Grünen am Dienstag per Vorstandsbeschluss in Richtung Opposition aus dem Gesprächsreigen um eine neue Regierung verabschiedet haben, ist Feuer am Dach. Im Web artikuliert sich der Widerstand zahlreicher Grün-Wähler, die verärgert darüber sind, dass die Grünen nur zwei Tage nach der Wahl ernsthafte Gespräche mit der ÖVP in den Wind geschlagen haben. Auch die ehemalige Grün-Politikerin Langthaler meint: "Dafür habe ich die Grünen nicht gewählt." Sie fürchtet wie andere auch die Negativfolgen einer großen Koalition.

[50]       Ich wette, du kennst FP [FrontPage] nur vom Hörensagen, sonst würdest du nicht so ein Stuss von dir geben.

[51]       So hinterließ Helmut Kohl seinem sozialdemokratischen Nachfolger nicht, wie versprochen, "blühende Landschaften", sondern verwüstete Landstriche. Und jedes Jahr muss Berlin Abermilliarden von Euros gen Osten schieben. Das muss einmal verkraftet werden. Noch eins. Bei allem berechtigten Jammern über die hohen Steuern und Kosten für den Sozialstaat und angesichts der Häme von österreichischen Konservativen über die rotgrünen Zores in Berlin muss auch einmal gesagt werden: Hätten unsere nördlichen Nachbarn eine Abgabenhöhe wie Österreich unter der schwarz-blauen Regierung, der deutsche Haushalt wäre auf einen Schlag saniert. Das Peinliche an der deutschen Situation besteht darin, dass die nun so lautstark schimpfende konservative Opposition ja auch kein glaubhaftes Gegenkonzept präsentiert. Und dass Leute wie Koch – der heute in der CDU das Sagen hat und jetzt gezeigt hat, wes Geistes Kind er ist – nicht gerade als attraktive personelle Alternativen erscheinen. Zu hoffen ist also, dass Schröder wieder politisch Tritt fasst. So wie einmal schon. Auch nach der Wahl 1998 hatte er einen fulminanten Fehlstart hingelegt.

[52]       Die Politik sei den jungen Menschen eine große Pensionsreform schuldig, so Koalitionsverhandler Bartenstein. Wer jetzt sage, wir akzeptieren das alles nicht, stecke den "Kopf in den Sand".

[53]       Bleibt für die ÖVP noch eine wichtige Frage zu lösen: Wie erklärt man der Öffentlichkeit, warum man die SPÖ aus den Gesprächen aussteigen lässt? Und wie weist man alle Schuld an den geplatzten Verhandlungen weit von sich? Eigentlich ganz einfach: Man nehme die Pensionsreform. Wer da nicht mitkann, kann eben mit der ÖVP nicht mit. Die SPÖ hat in dieser Frage keine Flexibilität. Alfred Gusenbauer stünde überdies blamiert da: nämlich am Gängelband der Gewerkschaften, die mit ihrem strikten Njet alles zum Stillstand bringen.

[54]       Atmosphärisch scheint es zwischen ÖVP und SPÖ wieder aufwärts zu gehen. Sowohl Kanzler Schüssel als auch die SPÖ-Chefverhandler Gusenbauer und Fischer verliehen der letzten Sondierungsrunde beider Parteien unisono gute Noten - zumindest was das "Gesprächsklima" betrifft. Gewichtige ÖVP-Landeshauptleute machen unterdessen aus ihren Präferenzen für Schwarz-Rot keinen Hehl. Schüssel will sich vorerst nicht in die Karten schauen lassen.

[55]       „Ist es möglich, dass Österreich eine Amerikanisierung in dem Sinn erlebt, dass – unabhängig von der Kirchlichkeit – Religion in der Politik wieder salonfähig wird?“ (Anton Pelinka)

[56]       Über den Anlass hinaus ist aber der Streit um die Personalpolitik des Innenministers symptomatisch für die großen Vorbehalte, die sowohl in der ÖVP als auch in der SPÖ gegenüber einer gemeinsamen Koalition bestehen. Denn es ist nur allzu wahrscheinlich, dass unter Schwarz-Rot der alte Posten-Proporz fröhliche Urständ’ feiern würde. „Wenn wir dann auch noch keine Reformen zusammenbringen, geht es uns wie der alten großen Koalition, die an Herzverfettung zugrunde gegangen ist“, meinte dieser Tage ein schwarzer Koalitionsverhandler im kleinen Kreis.

[57]       Für diesen Schüssel ist die SPÖ in ihrer derzeitigen Verfassung kein Gegner, da helfen auch rührende Solidaritätsadressen von Broukal und Dohnal nichts. Die Einzigen, die offenbar kapiert haben, was jetzt in Wahrheit läuft, sind die Grünen. Wenigstens sie lassen sich nicht mehr an der Nase herumführen und haben die Verhandlungen mit der ÖVP abgebrochen.

[58]       Bis auf die Tatsache, dass mir persönlich einige der in deinem Computer laufenden Prozesse unbekannt sind, ist dort nichts Verdächtiges zu erkennen.

[59]       Spanien trauert um einen seiner größten Schriftsteller der Gegenwart: Jose Hierro zählte zu den bedeutendsten spanischsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts. Er starb am Samstag in Madrid im Alter von 80 Jahren an einem Herz- und Lungenleiden. König Juan Carlos und Königin Sofía würdigten in einem Beileidstelegramm das "große poetische Werk" des Autors. Ministerpräsident Jose Maria Aznar bezeichnete Hierro als einen "unermüdlichen Fürsprecher der Freiheit".
Der Leichnam des Dichters sollte am Sonntag in Madrid eingeäschert werden. Die Familie hatte zunächst noch nicht entschieden, ob die Asche in der Hauptstadt oder in Santander, wo Hierro aufgewachsen war, beigesetzt werden sollte.

[60]       Fritz Muliar kam am 12. Dezember 1919 in Wien zur Welt. Sein Stiefvater Mischa, der aus einer strenggläubigen jüdischen Familie stammt, prägte ihn. 1937 betrat Muliar erstmals eine (Kabarett)-Bühne. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er an der Front und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr spielte er im Simpl, im Volkstheater und im Raimundtheater. 1964 kam er dann ans Theater in der Josefstadt, das seine Stamm-Bühne wurde. Von 1974 bis 1990 war er festes Ensemblemitglied des Burgtheaters, 1995 wurde er Ehrenmitglied. 1994 kehrte er an die Josefstadt zurück, die er nun – gemeinsam mit Direktor Helmuth Lohner – verlässt.
Seine große Popularität verdankt Muliar der ab 1970 ausgestrahlten Fernsehserie „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“. Der Schwejk galt fortan als Muliars Paraderolle. Tatsächlich spielte er in mehr als 120 TV-Produktionen und 80 Filmen mit. Muliar gilt zu Recht als Meister des jiddischen Humors, brachte zahlreiche Bücher heraus und nahm Schallplatten auf.
In den achtziger Jahren machte sein brutal geführter Wortkrieg mit Burg-Direktor Peymann Schlagzeilen. Künstlerisch sorgte er zuletzt mit Felix Mitterers „Sibirien“ für Aufsehen.

[61]       Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld fordert von Stürmer Giovane Elber in der Rückrunde eine Leistungssteigerung. Gleichzeitig bringt Manager Uli Hoeneß wieder einmal den Lauterer Nationalspieler Miroslav Klose ins Gespräch.

[62]       In Kalifornien erfüllte sich ein 15-Jähriger den Traum jedes Schülers: Er hackte sich erfolgreich in den Zentralcomputer ein und hatte Zugriff auf seine gesamten Noten. Doch statt sie zu verbessern, verschlechterte er sie. Jetzt soll er helfen, die Sicherheitslücken im System zu schließen.

[63]       Hemmungslos kupfern manche Studenten und Professoren bei Kommilitonen und Kollegen ab. Bei Debora Weber-Wulff haben dreiste Ideendiebe keine Chance. Im letzten Teil ihrer Plagiat-Serie beschreibt die Berliner Dozentin die Reaktionen von SPIEGEL ONLINE-Lesern - bis hin zu skurrilen Beschimpfungen.

[64]       Monatelang an der Examensarbeit feilen, und anschließend landet sie als Staubfänger im Regal? Das muss nicht sein: Durch die Diplomarbeiten-Börse können Studenten mit ihrem eigenen Werk Geld verdienen und es an Firmen verkaufen. Oder erfahren, was die Kommilitonen schreiben.

[65]       Nicht alle Abiturienten drängt es sofort an die Uni. Auch eine Berufsausbildung kann gute Perspektiven bieten. Die Ausbildungsplatz-Börse bei UniSPIEGEL ONLINE enthält Hunderte von aktuellen Angeboten - für angehende Zimmerleute oder Bürokauffrauen, Chemielaboranten oder Mediendesigner.

[66]       Campus-Wörterbuch: Das kleine Uni-ABC: Auf Erstsemester lauern überall Abkürzungen, Fremdwörter, Fachbegriffe. Und jeder macht ein schlaues Gesicht. Unser Wörterbuch erklärt die akademische Welt - von A wie Anwesenheitspflicht bis Z wie ZVS.

[67]       "Es lässt sich aus den traditionellen theoretischen Erörterungen der ‚Antonymie′ nur wenig Brauchbares gewinnen" - Entgegen der bis dahin vorherrschenden Meinung, dass Antonymie der Gegensatz zur Synonymie sei, veröffentlichte Lyons im Jahre 1971 eine These, welche von der bis dahin gängigen abweichte. Wichtig für ihn ist vor allem, dass es verschiedene Typen von Gegensätzlichkeiten gibt, welche er der Einfachheit halber in drei Typen unterteilt. Gemäß seiner Bearbeitung ist die Antonymie, neben der Komplementarität und der Konversion, nur noch einer dieser drei Typen von Gegensätzlichkeit und gliedert er sie so unter den Begriff des Bedeutungsgegensatzes .

[68]       Für eine Intensivierung der Koalitionsgespräche spricht sich Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (VP) aus. Die Wirtschaft erwarte, "dass man bei den aktuellen Koalitionsgesprächen jetzt zur Sache kommt. Die atmosphärischen Kontakte und Aufwärmrunden haben stattgefunden, jetzt gilt es, an die Kernthemen heranzugehen", sagte Leitl am Freitag. Wenn man bedenkt, dass die EU-Erweiterung in den kommenden Jahren die nationale Politik Österreichs über weite Strecken bestimmen wird, so verlange allein dieser Umstand "einen langen Atem, um die Chancen zu nutzen und die Risken zu vermeiden. Wer hier in Selbstzweifel und Reformunwillen verharren will, sollte nicht mit einer Regierungsbeteiligung liebäugeln, sondern wäre in der Opposition besser aufgehoben. (Christoph Leitl)

[69]       Bei den Parteienverhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung wird es nach Ansicht von ÖVP-Vize Wilhelm Molterer Anfang Jänner ans Eingemachte gehen. Wie der Landwirtschaftsminister im Gespräch mit der APA erklärte, sei die Erwartungshaltung der Bevölkerung hoch. Bis Mitte oder Ende Jänner sollte ein Ergebnis vorliegen. Der Minister wertet es als positiv, "dass sich keine Partei - nach anfänglichem Zögern - grundsätzlich aus der Regierungsverantwortung ausklinkt".

[70]       Trotz einer Konjunktur im Kriechgang und wenig verheißungsvoller Prognosen der Wirtschaftsforscher lassen die Österreicher die Köpfe nicht hängen, fand das Linzer Meinungsforschungsinstitut IMAS bei seiner traditionellen "Silvesterumfrage" heraus. Denn 43 Prozent gehen mit Zuversicht ins neue Jahr. Die Stimmungslage zu Jahresende ist damit seit 2000 fast unverändert.
Zur Jahreswende 2002/03 ist zwar von der heiteren Gelassenheit am Beginn des Jahrhunderts nicht mehr viel zu spüren, aber noch immer blicken rund 43 Prozent der Zukunft "mit Zuversicht" entgegen, 30 Prozent "mit Skepsis" und lediglich 18 Prozent "mit Sorge".

[71]       Besinnliche Tage: Eigentlich ist es wie im richtigen leben. Ganz besonders besinnlich soll's werden, nimmt man sich fest vor. Man stimmt sich friedlich, will gelassen sein - und dann ... beginnen die Festtage und dann gibt's ein Familien-Treffen und dann noch eines und am nächsten Tag das nächste.
Irgendwann einmal, wenn der letzte Truthahn verzehrt, der letzte Karpfen geschmaust ist, liegen die Nerven blank. Dann sagt vielleicht noch jemand aus der lieben Verwandtschaft zum falschen Zeitpunkt ein falsches Wort - und bummsti.
Alles beginnt so nett und harmlos, lehnst dich zurück, entspannst - und dann kommt das dicke Ende nach. Bitteschön, ihr seid gewarnt. Wünsche daher allseits das glatte Gegenteil: weiterhin ruhige Tage bis zum großen Rutsch - und zwar ohne finale furioso.

[72]       Im taktischen Tauziehen rund um die Regierungsverhandlungen steht die ÖVP derzeit einer breiten Front gegenüber: Nach Grünen und SPÖ üben nun auch die Freiheitlichen offen Kritik an der ÖVP-Strategie, parallel mit allen Parteien zu verhandeln. Die Befürchtung gegeneinander ausgespielt zu werden, wächst offenbar. SPÖ-Parteivize Fischer findet scharfe Worte: Die ÖVP müsse "vom Ross herunter steigen". Immerhin habe sie nicht die absolute Mehrheit. Die ÖVP wiederum spielt den Ball an die SPÖ zurück.

[73]       Die ÖVP sei nun „in einer schwierigen Situation“, resümiert Fischer, und habe esbitter nötig, einen verlässlichen Partner zu suchen“. Dies müsse sich in der „Herangehensweise an die Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung zeigen“. Dabei sollte sich die ÖVP auch „die Mandatsstärke (79 VP-, 69 SP-Abgeordnete, Anm.) vor Augen führen“.

[74]       Silvester ist für mich der schlimmste Tag im Jahr. Wirklich absoluter Hardcore. Weil das ist so wie Karneval: Angesagte Stimmung. Früher habe ich einfach verweigert, bin um neun oder zehn ins Bett und nie aus dem Haus. Inzwischen habe ich mich aber mit diesem Datum arrangiert und das Kindische ist gewichen. Ich bleibe also auf, aber es turnt mich in keiner Weise an. Und wenn’s vorbei ist, dann hab’ ich es überstanden und das ist gut so. (Alfred Dorfer, Kabarettist)

[75]       Die FPÖ gerät nach der Wahlniederlage und der dadurch deutlich geschrumpften öffentlichen Gelder offenbar immer mehr in finanzielle Nöte. Wie das Magazin "News" in der morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, klagt nun der frühere Bundesgeschäftsführer und spätere Werbestratege Gernot Rumpold seine ehemalige Partei.
Die FPÖ-Bundespartei stehe bei seiner Werbeagentur media connection mit rund 250.000 Euro in der Kreide. Auch die Kärntner Landespartei sei ihrem Werber noch rund 110.000 Euro schuldig.

[76]       Es ist nicht ganz klar, warum der Kanzler seit der Wahl die Koalitionsfrage so zögerlich angeht. Der Versuch, mit allen anderen Parteien parallel zu sprechen, kann durchaus der politischen Klärung dienen. Bei einem ausgebufften Verhandlungsprofi wie Schüssel liegt aber der Verdacht auf taktische Manöver näher. Wobei simple Ratlosigkeit nicht völlig ausgeschlossen werden kann. Die Situation wäre kompliziert genug dafür.
Schon in den nächsten Tagen fallen Vorentscheidungen, die Schüssel kaum direkt beeinflussen kann. Die Beratungen der SPÖ-Spitze stehen im Schatten höchsten Misstrauens gegen den Kanzler und weit verbreiteten Widerstandes gegen eine große Koalition.
Verweigert sich aber die Sozialdemokratie, dann muss Schüssel unter wesentlich erschwerten Bedingungen Führungsstärke und Gestaltungswillen beweisen.
Dann ist mehr gefragt als nur politische Taktik.

[77]       Just zum Jahreswechsel hat das neuerliche Scheitern einer EU-Transitlösung für Österreich in Brüssel in Erinnerung gerufen, was für jede Bundesregierung noch viel wichtiger ist als erdrückende Mehrheiten im Nationalrat. Gerade bei der Verkehrspolitik hat nämlich nicht nur die VP-FP-Regierung seit Anfang 2000 kläglich versagt.
Dass Österreich diesbezüglich bei seinen Partnern in Europa so schlecht dasteht und nach allen Regeln der verhandlungstaktischen Kunst im Regen stehen gelassen wird, hat seine weit zurückliegende Ursache in der großen Koalition von Sozialdemokraten und Volkspartei. Die haben das Land 1994 in die EU geführt, aber den Bürgern bei Infrastruktur- und Verkehrspolitik selten reinen Wein eingeschenkt. Da wurden Fakten gebogen und kritische Medien abgekanzelt, dass sich die Balken bogen. (Thomas Mayer, Der Standard)

[78]       Lektion gelernt?  Die SPÖ hätte sich auf eine gemeinsame Linie mit den Grünen festlegen und auf das Lavieren zwischen ÖVP und Grünen verzichten können. Strahlt es etwa besondere Glaubwürdigkeit aus, die Wenderegierung vorher drei Jahre lang undifferenziert zu verteufeln, um sich nachher mit der ÖVP gleich wieder ins Bett legen zu wollen?
Bleibt nur zu hoffen, dass sich die SPÖ zumindest jetzt, bei der anstehenden Koalitionsentscheidung auf das Notwendige besinnt und bis zur nächsten Wahl ein mutigeres, konsistenteres und überzeugenderes Konzept erarbeitet.

[79]       Die Hoffnung war vergebens: nämlich dass so wie 1999/2000 von ÖVP und FPÖ Weihnachten genutzt worden wäre, in Diskretion die Eckpunkte eines Koalitionsabkommens inhaltlich auszuhandeln. Stattdessen knallen sich SPÖ und ÖVP öffentlich in wenig kompromissfördernder Form Forderungen auf den Tisch. In der Sache selbst findet man da viel Richtiges, aber auch viel Unsinniges.
Die SPÖ ist in Sachen Nulldefizit und Pensionsreform auf einem erfreulichen Weg. Zugleich aber mauert sie sich in anderen Fragen in uraltem Beton ein:  Weg mit den Studiengebühren! Keine Luftraumverteidigung! Automatisches Aufsteigen mit einem Fünfer! (Wie war das mit der Hochleistungsgesellschaft?) Solche Forderungen stellen die Partei ins Out. (Die Presse)

[80]       Offiziell wird abgestritten. Aus den Büros der Landeshauptleute von Kärnten und von Wien heißt es gleichlautend: „Es ging ausschließlich um Themen der Landeshauptleutekonferenz.“ Hohe Amtsträger wollen anderes wissen. Jörg Haider, so wird erzählt, habe Michael Häupl bei einem vorweihnachtlichen Treffen eine rot-grün-blaue Kooperation angetragen.

[81]       „Ich habe seit schs Jahren keinen Sex mehr gehabt“, beklagte sich Cher noch vor kurzem. Das Problem dürfte jetzt wohl gelöst sein. Denn die 54-jährige Pop-Star hat wieder einen Mann im Haus, und der Freundeskreis von Cher hört sogar bereits die Hochzeitsglocken läuten.

[82]       Der Kalender meint es diesmal wirklich gut mit uns: Doppelfeiertag.

[83]       Warnung: Dieses Produkt kann ihre Gesundheit gefährden.

[84]       Heikle Mehrheit für die Republikaner im amerikanischen Kongress.

[85]       Thomas Klestils Kampf gegen die Schatten. Der Präsident hat die Androhung von negativen Reaktionen der EU-Partner gegen eine schwarzblaue Regierung nicht bestellt. Er hat sie entgegengenommen und bloß an den damaligen Kanzler-Anwärter Schüssel weitergeleitet. Klestil blieb gar nichts anderes übrig. Aber Klestils irriges Kalkül war damals, mit Hilfe der ausländischen Drohungen die ÖVP in die alte Koalition zurückzwingen zu können. Dass er somit anfangs die Sanktionen billigend in Kauf genommen hat, mit dieser Schuld muss Thomas Klestil leben. Thomas Klestils Rolle bei der letzten Regierungsbildung und beim Vorspiel zu den EU-Sanktionen wirft schwere Schatten auf den Präsidenten. Einen Lumpen darf es sich als Bundespräsident dennoch nicht schimpfen lassen. [Kurier, 6.1.2001]