DIE MODALVERBEN

Los verbos modales

Deutsche Beispiele

© Justo Fernández López


„Uns soll keine Dummheit verboten sein“

Homosexuelle wollen heiraten dürfen.

Grüne und LIF dafür, ÖVP strikt dagegen.

 [Tiroler Tageszeitung, 05.09.1996]

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Wolle nur, was du sollst, so kannst du, was du willst!

[Inmanuel Kant]

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 Du kannst, denn du sollst, sagt Immanuel Kant.

Ich muss aber nicht, sagt der freie Mensch.

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Ich darf zwar kompliziert denken,

aber ich muss einfach reden.

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Wer viel Geld hat, darf spekulieren.

Wer wenig hat, soll nicht spekulieren.

Wer überhaupt kein Geld hat, muss spekulieren.  

 [A. Kostolany]


Deutsche Beispiele

 

[1]          Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß, soll das Werk den Meister loben; doch der Segen kommt von oben. [Schillers Lied von der Glocke]

[2]          Um es klar zu sagen: Es geht nicht um die Frage, ob man mit der PLO und ihrem Vorsitzenden den Umgang pflegen soll. Man soll. Nicht darum, ob Österreich den Palestinänsern humanitäre Hilfe im Rahmen der UNO zusagen sollte. Man muss. Nicht darum, offenkundige Verletzung

[3]          internationaler Rechtsnormen durch Israel besser zu verschweigen. Man wird in der Kritik nach dem Prinzip des gleichen Maßstabs für alle vorzugehen haben.

[4]          Pensionistin will von Burschen überfallen, mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt worden sein: Die Polizei hat Zweifel.

[5]          Unterweger: Anwalt will Prozess platzen lassen.

[6]          M. Douglas und seine Ehefrau Diandra, Melanie Griffith und Don Johnson, Roseanne und Tom Arnold: Sie alle tun's. Sie lassen sich scheiden. Da können die Hollywood-Jungstars natürlich nicht zurückstehen.

[7]          Die Fahrer-Gewerkschaft ist unbedingt notwendig. Es muss alles Erdenkliche für die Sicherheit getan werden. Aber das letzte Risiko wird man nicht ausschalten können.

[8]          Nach dem Tod von Senna  ging das Rennen weiter. Niki Lauda dazu: "Rennfahrer müssen sich auch nach solchen Ereignissen wieder ans Steuer setzen, Sonst sollten sie besser gleich aufhören. Aber das muss jeder  mit sich selbst ausmachen."

[9]          Ärztliche Nadelstiche gegen Impf-Notstand. Eltern müssen besser informiert werden, die Krankenkasse soll zahlen.

[10]      -In "Mr. Jones" verlieben sich Ärztin und Patient ineinander. Glauben Sie, dass Liebe ein Heilmittel ist?
-Für fast alles, ja. Aber sie kann auch alles zerstören. Liebe kann tödlich sein, deshalb sollte gerade ein Arzt nie eine Beziehung zu einem Patienten anfangen. Das muss in einer Katastrophe enden.

[11]      Ein fürchterlicher Verkehrsunfall hat am Samstag in Kärnten zwei Todesopfer gefordert. Un das Gerücht, wonach ein Beteiligter ein "Satansjünger" sein soll, will nicht verstummen. Die Gendarmen müssen den Hinweisen jetzt auf den Grund gehen, denn erst vor einigen Wochen starben vier junge Menschen aus derselben Gruppe.

[12]      Hans Krankl unterschreibt heute in Innsbruck einen zwei-Jahres-Vertrag, mit der Klausel, dass in der nächsten Saison ein Europacup-Platz gesichert werden muss. Am Abend sollen dann noch einige Dinge geklärt werden: Kommt Reinhard Kienast als Assistent oder bleibt Interimstrainer Schwarz? Außerdem will Krankl Torhüter Koch aus Mödling mitnehmen. Darüberhinaus soll entschieden werden, ob Peter Stöger oder Mählich als Spielmacher geholt werden.

[13]      Wenn ich aber wählen müsste, wer die Salzburger Festspiele leiten soll, so halte ich den Abbado für das kleinere Übel.

[14]      -Sollte man die Kompetenzen in der Regierung neu verteilen, etwa durch die Schaffung eines Europa-Ministeriums?
-Ich glaube nicht, dass man ein zusätzliches Ministerium schaffen muss.

[15]      Die SPÖ präsentierte einen "Pakt für Österreich", den sie mit der ÖVP abschließen will. Die EU-Kompetenzen sollen während des Wahlkampfes außer Streit gestellt werden.

[16]      Die VP müsse ihre Blockaden, mit denen sie Beschlüsse der Koalition verhindere, aufgeben.

[17]      Trotz eines Fairneßabkommens für den Wahlkampf schoss Cap aus vollen Rohren in Richtung ÖVP. Busek solle in der EU-Frage nicht versuchen, über "die Hintertür" an die Macht des Kanzlers heranzukommen.

[18]      Fest steht, dass Klestil eine persönliche Einladung der griechischen Präsidenten  Papandreou hatte. Der österreichische Präsident dürfte ein Opfer von Reibereien zwischen Papandreou und dem eigenwilligen griechischen Ratspräsidenten Pangalos geworden sein. Oder man sollte sich einfach erinnern, dass das Wort 'Chaos' aus dem Griechischen kommt.

[19]      Sollte man vielleicht gar bei der Drogensubstitution an eine qualitative Methode denken und nicht nur an eine Ersterfassung, ab der wirkliche Behandlung beginnen könnte? Dann muss ich die Frage stellen, warum so viele Anhänger der Substitutionstherapie bereits vom hochqualifizierten Heroin träumen. Ich glaube an "Sinn statt Heroin", an eine Behandlung des Menschen mit allen nur denkbaren Maßnahmen, die ihn wieder Mensch sein lassen. Was ist wirklich Qualität? Ein weißes Bett im Betonstahlspital? Oder doch die würzige Luft am Land, wo man die Seele baumeln lassen kann?

[20]      Man muss sich etwas einfallen lassen, dass Tirol für kreative Leute wieder ein interessanter Raum wird. Das ist es derzeit nicht, weil es bei uns im Gegensatz zu Südtirol kein Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen gibt. Vom Ausspruch des Innsbrucker Bürgermeisters bei seiner Antrittsrede sollte man sich distanzieren: Innsbruck muss wieder das kulturelle und geistige Zentrum Gesamttirols werden. Solche Ansprüche heute zu  erheben, ist kritisch. [Landeshauptmann Wendelin Weingartner]

[21]      Maradona wurde der Einnahme von ephedrinhaltigen Nasentropfen überführt und gesperrt. "Es ist so, als ob man mir die Beine abgehackt hat."

[22]      Man hat gesehen, dass das Helmer-Foul Torraub war, daher mit Rot zu ahnden war. Wenn der Fehler im ersten Moment auf Video sichtbar ist und nicht mit vielen Standbildern  nachgewiesen werden soll, muss man ihn zugeben.

[23]      Der wegen Dopings gesperrte Maradona kann wieder hoffen: FIFA-Präsident Joao Havelange will erreichen, dass die Strafe für den argentinischen Superstar nicht zu hart ausfällt.

[24]      Die FIFA wird nach der WM das weitere Strafmaß für Maradona festsetzen. "Die Strafe sollte nicht so hart sein, dass dadurch Maradonas Karriere beendet wird. Man muss dabei auch sein Alter berücksichtigen", sagte Havelange. "Maradonas Arzt hätte besser achten sollen, was er dem Spieler gibt". Maradona hatte nach dem WM-Aus seine Karriere für beendet erklärt. Schon einmal war er für 15 Monate gesperrt.

[25]      Die Bulgaren bliessen ihr Training ab, weil sie zu müde waren von der Verlängerung gegen Mexiko. Man begnügte sich mit Wasserball, nachdem Teamchef Penev in einer Pressekonferenz Wert gelegt hatte auf die Feststellung: "Ich bin kein Waschlappen". Das Gerücht, wonach nicht er, sondern Barcelona-Star Stoitschkow die Mannschaft aufstelle, hatte den Trainer zutiefst getroffen. Für Stoitschkow gebe es keine Extrawürste, versicherte Penev. Tatsächlich erschien Stoitschkow schon Minuten später. Allerdings nicht wie alle andern in Sportschuhen, sondern in Badeschlappen. Während 21 Kollegen sich in der Wiese dehnten und streckten, gab Hristo Stoitschkow gelassen Interviews, und der Teamchef wusste nicht, ob er eingreifen konnte, sollte oder durfte.

[26]      Konservativ muss er, frankophil darf er sein. Luxemburgs Premier Santer als Chef der EU-Kommission so gut wie fix.

[27]      dass eine Studiengebühr die Spreu vom Weizen trennt, ist zu bezweifeln. Ist die Gebühr zu hoch, muss es aus sozialen Gründen viele Ausnahmen geben; ist  sie niedrig, hat sie keinen Sinn. Man wird sich also etwas anderes einfallen lassen müssen.  Zweckdienlich wäre eine verpflichtende "Orientierungsphase" für alle Hochschüler. Es gibt im Wissenschaftsministerium schon Denkansätze in die Richtung. Man sollte sie zielstrebig weiterverfolgen.

[28]      mussten sich die pragmatisierten Stadtmitarbeiter erst kürzlich vom Höchstgericht bestätigen lassen, dass ihre Eintrittsermäßigungen für kommunale Bäder und Saunen aus Sparsamkeitsgründen nicht mehr aufrechtzuerhalten sind, so sollen sie bekanntlich jetzt auch für ihre bisherigen Gratis-Parkplätze im Innenhof des Rathauses zahlen. 700 Schilling im Monat.

[29]      Niki Lauda höchstpersönlich pilotierte die ersten österreichischen Hilfspakete in die burundische Hauptstadt Bujumbura. "Wenn man die schrecklichen Bilder sieht, darf man nicht anfangen zu rechnen", erklärte er. Nahrungsmittel werden, soweit möglich, vor Ort eingekauft. Aber wenn wieder etwas eingeflogen werden muss, will Niki Lauda erneut einspringen: "Wenn es nötig ist, kommen wir wieder".

[30]      Ich möchte wissen, wie heiß es noch werden muss, damit die Fernsehsprecher auch ohne Sakko ansagen dürfen! Ein Mann im kurzärmeligen Hemd schaut bestimmt genauso adrett aus. Man sollte die Hitze nicht unterschätzen!

[31]      -Wie wird man Immobilienmakler?
-Was ist zu beachten, wenn man eine Eigentumswohnung in Wien kaufen will?
-Was ist zu beachten, wenn man eine Eigentumswohnung zum Anlagezweck erwerben will bzw. weche Wohnungen würden sich am ehesten zum Anlagezweck eignen?
-Welche Lage ist bei einer Eigentumswohnung, die vermietet werden soll, am günstigsten?
-Wer muss bei einem Wohnungskauf eine Provision bezahlen, und auf welche Höhe beläuft sich diese?

[32]      Auf eines müssen Löbl-Fans aber auch in Zukunft nicht verzichten. Seine oft begnadete Kurzkritiken nach der Premiere will und soll Löbl auch in Zukunft zum besten geben.

[33]      Angesichts der aktuellen Krise am Persischen Golf kommt einem die Meinung  Kardinal Königs, wonach "der Krieg aus unserem Vokabular gestrichen werden muss", ebenso konstruktiv vor, wie wenn gesagt worden wäre, dass Terrorismus, Drogensucht, Alkoholismus und vieles andere aus unserem Vokabular gestrichen werden muss. Weil doch bekanntlich nicht sein kann, was nicht sein darf.

[34]      Es deutet alles darauf hin, dass Flemming einfach amtsmüde geworden ist. Ihre Krämpfe im eigenen Ministerium, Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern, die es mit der schwierigen Chefin oft nicht leicht hatten, sind Legende. Viel schwerer dürften aber die Konflikte wiegen, die Flemming mit der Wirtschaft auszutragen hatte. dass deren maßgebliche Vertreter wichtige Repräsentanten ihrer eigenen Partei sind, macht die Sache für die Umweltministerin nicht leichter. Vielleicht hat Flemming auch eingesehen, dass sich auf Dauer keine gute Umweltpolitik machen lässt, wenn man sich mit dem Gegenüber immer nur arrangieren will und dabei stets noch ein Stückchen mehr nachgeben muss.

[35]      Wer Egon Coordes in der "TV-"Sportarena" erlebte, der kann verstehen, dass die Austria-Führung [er ist Austria-Trainer] bei den Vertragsverhandlungen von ihm angetan war. Der Deutsche beherrscht die deutsche Sprache.

[36]      Aber das sind wir vom Nachbar ja gewohnt und lässt uns zuweilen sogar neidisch werden. Am 2 Oktober des Vorjahres waren dem Rapid-Trainer Baumgartner die Nerven durchgegangen, als er den Innsbruck-Trainer Horst Köppel bei einer Pressekonferenz angriff mit den Worten: "Nur weil Herr Köppel eine schöne deutsche Sprache hat, darf man auf seine Tricks nicht hereinfallen." Darauf verschlug's den redegewandten Deutschen die Rede. Er verließ wütend den Raum. Mittlerweile verloren beide ihre Jobs. Ob Coordes ein ähnliches Österreich-Schicksal erleidet - darüber sollen nicht seine Feinde von der Presse, sondern seine Brötchengeber von der Austria entscheiden. Aber der Austria-Trainer möge wissen, dass Worte wie "Schleifer" oder "Schinderhannes", wegen denen er sogar zu Gericht rennen will, einem Trainer gar nicht so schaden in Österreich, zumal hier ohnehin die Meinung vorherrscht, dass man Sport­ler in den Hintern treten müsse. Gunnar Prokop beispielweise lässt sich seit zehn Jahren einen Schleifer nennen. Und ist immer noch Coach von Hypo Südstadt. Und gewinnt mit den Hypo-Handballerinnen immer noch das Europacup-Finale. Aber der Handball-Napoleon besitzt eine Fähigkeit, die Coordes offensichtlich fehlt: Er ist nicht nur im Austeilen, sondern auch im Einstecken stark.

[37]      Mehr  als sie einzureden, dass sie stark sind, dass sie's können, dass sie selbstbewusst spielen sollen, kann ich nicht. [Fußball-Trainer]

[38]      Wir dürfen überhaupt nicht resignieren, müssen den Erfolg einfach erzwingen.

[39]      Das Anforderungsprofil für einen ÖVP-Obmann beschreibt sicht leicht: Er muss eine Persönlichkeit sein, Charisma haben und unverbraucht sein. Er muss Führungskompetenz und politischen Gestaltungswillen haben, die Wähler müssen ihm abnehmen, dass er Überzeugungen hat und etwas bewegen will. Er darf die öffentliche Meinung nicht vermuten lassen, dass er, widerwillig an die Spitze gekommen, den Job aus Parteipflicht erfüllt. Und schließlich soll er jung sein, aber über eine lange politische Erfahrung verfügen - womit wohl auch die vielzitierten Quereinsteiger wegfallen. Insgesamt ist es ganz einfach, das Obmann-Dilemma zu lösen: Er muss nur eines haben - Erfolg.

[40]      Für Team-Chef Prohaska gilt die Devise für das morgige Spiel: "Mit Mut und Herz an die Aufgabe herangehen. Man sollte den Mut aber nicht mit Leichtsinn verwechseln. Aber die Mannschaft muss Initiativen setzen, selbst Ideen entwickeln."

[41]      Berger vor dem Montreal-GP: "Man muss jetzt aufpassen. Du darfst nicht mit den Gedanken nach Kanana gehen: So etwas darf nicht wieder passieren. Im Grunde genommen musst du so scharf sein, dass du über einen drüberfährst - übertrieben gesagt -, sonst bist ein Taxifahrer. Ein Rennfahrer muss eben so denken."

[42]      Der Name "Austria Airlines" und die rot-weiß-rote Heckflosse müssten auch nach einer Fusion mit anderen europäischen Fluglinien erhalten bleiben, betonte Bundeskanzler Vranitzky. Auch ein Teil der Entscheidungsbefugnisse sollte weiterhin bei der AUA verbleiben.

[43]      Den Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein will sich die US-Regierung in Hinkunft nicht mehr so viel kosten lassen, wurde aus Kreisen des CIA bekannt. Die 40 Millionen Dollar, die im Vorjahr irakischen Oppositionsgruppen zugeflossen waren, dürfte nun auf  Wunsch des US-Präsidenten Bill Clinton halbiert werden.

[44]      Wir müssen einen Überzeugungsprozess einleiten, an dessen Ende die Erkenntnis aller Österreicher steht, dass die Neutralität unseren Sicherheitsinteressen nicht optimal dient. Wir haben uns 1955 aus freien Stücken für die Neutralität entschieden. Wir sollten uns jetzt ebenso aus freien Stücken gegen die Neutralität entscheiden, weil sie unseren Interessen nicht mehr am besten dient. [Wiens VP-Chef Görg]

[45]      Als ersten Schritt will Bures daher die Schüler-"Abgeordneten" in einem halben Jahr wieder um sich scharen, um Zwischenbilanz zu ziehen. Auch Kinder sollten ein Wörtchen mitzureden haben - allerdings nicht im  Parlament, sondern auf kommunaler Ebene: "Sie sollten bei der Spielplatzgestaltung mit einbezogen werden und bestimmen können, welche Spielgeräte sie möchten, oder wie viel Grünfläche bleiben soll. Überhaupt sollten die Sprösslinge als eigenständige Menschen und nicht als Sache oder Besitz gesehen werden, fordert die Blondine. "Die Intoleranz gegenüber Kindern ist manchmal so groß, dass man meinen könnte, Hunde hätten es besser", sieht sie noch viel zu verändern. Mit Umsetzung ihrer Forderungen beginnt sie bei sich zu Hause: Ihre Tochter, im Dezember 1986 geboren, durfte selbst entscheiden, ob sie heuer oder erst im nächsten Herbst die Schulbank drücken soll.

[46]      Aus Sorge um ihren vor zwei Wochen verstorbenen Ehemann Federico Fellini hatte Giulietta Masina nicht gegessen und geraucht wie ein Schlot. [fumar como un carretero] Nach ihrem Zusammenbruch vor einigen Tagen soll sie, laut Zeitungsmeldungen, die Diagnose erhalten haben: Lungenkrebs - unheilbar. In Rom, so die Gazetten, müsse sie sich nun einer Chemotherapie unterziehen. Giuletta Masina dementiert: "Alles Quatsch. Die wollen mich schon unter der Erde haben."

[47]      Georg Hoffherr, Vorsitzender der ÖH Innsbruck, ist entsetzt: "Aufgrund dieses Ergebnisses müssen wir unser Bildungssystem ganz klar hinterfragen. Wir fordern ab der sechsten Klasse Oberstufe ein Fach Berufsinformation. Dieser Bereich soll sich mit mindestens einer Wochenstunde im Stundenplatz niederschlagen." Fast ein Drittel der befragten Studenten mussten ohne schulische Berufsberatung auskommen.

[48]      Einige Mitarbeiter der Firma Strabag durften Tage vor den anderen deutschen Geiseln den Irak verlassen. Firmenchef Jungen begrüßte die Heimkehr persönlich am Rollfeld. In der Firmenzeitschrift ließ er sich auf einer Sonderseite feiern. Der Chef habe eben gute Kontakte im Irak, erfuhren die 13 000 Beschäftigten des deutschen Bauunternehmens.

[49]      Der Täter dürfte Kurde sein. Der Beifahrer soll "Mehmet" heißen und in  Telfs wohnen.

[50]      Frauenministerin Dohnal (SP) will durchsetzen, dass nicht nur Frauen mit Kindern früher in Pension gehen dürfen: "Jede Frau soll Belastungen und Benachteiligungen geltend machen können."

[51]      "Man muss wissen, was man in Kärnten sagen darf."
[Prozess Haider gegen E. Ringel]

[52]      Sie können Gabi zu mir sagen - und wie darf ich Sie nennen?

[53]      -Was soll, muss das Fernsehen in der nächsten Zukunft bieten?
-Fernsehen ist, ob man dies nun will oder nicht, eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.

[54]      Und wir wollen Ihnen helfen, Ihr persönliches Leben angenehmer zu gestalten. Sie als KURIER-Leser sollen es besser wissen, Sie sollen es früher wissen, und Sie sollen es leichter haben. Um diesen Anspruch erfüllen zu können, haben wir uns in der Redaktion auch personell weiter verstärkt.

[55]      Die Parteien müssen auch genügsamer werden. Wer dem Bürger Sparen predigt, zum Wohle seiner eigenen Finanzen aber immer tiefer in den Steuertopf greift, darf sich nicht wundern, wenn seine Glaubwürdigkeit flötengeht. Nicht zuletzt muss die Jugend mehr Mitsprache auch ohne Parteibuch erhalten. Denn organisieren lässt sie sich nicht mehr.

[56]      "Ihr könnt mit allem zu mit kommen", sagte der Trainer, "auch wenn ihr wissen wollt, warum ihr nicht aufgestellt seid. Ich habe für jeden ein offenes Ohr." Positives Denken à la Starek soll es den Rapidlern leichter machen, Trainingsalltag und sportlichen Lebenswandel zu bewältigen. "Wir müssen uns unserer Ziele stets bewusst sein", so Starek, "und die können wir nur schaffen, wenn wir sie gemeinsam anstreben."

[57]      Als katholischer Unternehmer mit Gewissensbissen frage ich um Rat: Darf ich, soll ich oder muss ich Aufträge annehmen, auch wenn ich damit den Krieg unterstütze?

[58]      Wir sind in dem Zwiespalt, dass wir meinen, wir müßten können, aber glauben, wir könnten nicht!

[59]      Die Politikerbezüge müssen überdacht werden. Es darf aber keine Nivellierung nach unten kommen, sondern leistungsgemäße Bezahlung. [E. Pröll]

[60]      Ein Bundeskanzler hat das Recht auf die sozialpolitische Tragweite richterlicher Entscheidungen hinzuweisen, und das muss er nicht nur dürfen, das muss er auch sollen.

[61]      Kinder antworten auf Misshandlungen, indem sie "auffällig" werden in der Schule. Dann kommt es auf Gefühl und Gespür an. Wir müssen die Misshandlung nachweisen. Damit sollen die Familien vor der Willkür der Ämter geschützt werden.

[62]      Schon bezeichnet sich Emmy Werner vom Volkstheater ungefragt als beste Theaterleiterin Mitteleuropas und macht die Konkurrenz herunter. Schon nennen Peymanns Mitstreiter einen Bariton schlicht "genial". Schon greift Hysterie um. Das muss nicht sein. Peymann muss bessere Argumente haben als sein inkompetentes Urteil über die Staatsoper. Frau Werner soll ihre Selbstüberschätzung für sich behalten. Sonst ist die Gefahr nahe, dass ein Unbeteiligter das alles sieht und hört und liest und sich fragt, ob wir überhaupt noch zu retten sind.

[63]      Um eine Wende herbeizuführen, bedarf es freilich anderer politischer Führungspersönlichkeiten. Die jetzigen erinnern fatal an die "Appeasement"-(Beschwichtigungs-) Politiker der dreißiger Jahre. Besonders in Großbritannien: Dort haben, wie der

[64]     Der brillante Kolumnist William Pfaff schreibt, die Nachfolger einer Margaret Thatcher haben "graue Männer" angetreten, die nach der Weltsicht des Foreign Office handeln: "Zuerst, dass man nicht tun soll, dann, dass man nichts tun kann, und schließlich, dass man etwas hätte tun können, es nun aber zu spät ist." Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien: schwache, überforderte, von Skandalen geschüttelte Regierungen, die für eine gemeinsame geopolitische Verantwortung keinen Sinn und keine Kraft haben. Und da sollen wir beitreten? Das mag sich so mancher Österreicher fragen.

[65]      Man sollte versuchen die Abhängigkeit von der Technik zu reduzieren. Ich weiß, dass das heute schwierig ist. Aber die Leute sollten sich ernsthaft fragen: muss ich den Wagen benützen oder kann ich auch zu Fuß gehen? Brauche ich dieses oder jenes oder kann ich drauf verzichten.

[66]      Die Republik solle gestärkt werden, sagte Balladur in der Nationalversammlung. Die Wirtschaft müsse angekurbelt werden, um die Arbeitslosigkeit zu verringern.

[67]      Wenn letzterer Fall in Anspruch genommen werden soll, muss dies bereits beim Antrag auf Gewährung eines Karenzurlaubes mitbeantragt werden.

[68]      Spielberg bei den Dreharbeiten: "Ich musste die Statisten in Gruppen teilen - die einen durften weiterleben, die anderen mussten in den Film-Tod gehen. Es war schrecklich - ich fühlte mich wie ein neuer J. Mengele."

[69]      Der Mensch muss im Mittelpunkt bleiben. Medizinische Betreuung darf nicht zum Luxus für Begüterte verkommen.

[70]      Prinz Andrew zahlt seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau Sarah Ferguson rund zwei Millionen Pfund. "Fergie" musste sich verpflichten, kein Buch über ihr Leben am Königshof zu schreiben. Ferner darf sie mit ihren Kindern nicht ins Ausland ziehen. Sollte Fergie wieder heiraten, wird die eine Hälfte des Gelde zurückgefordert.

[71]      In seinem Referat trat der Parteichef Vranitzky gegen jeden Sozialabbau und für die Weiterentwicklung des Wohlfahrtstaates ein. Ausländerhass und Antisemitismus müssten bekämpft werden.  In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei dafür zu sorgen, da die Krise nicht auf Kosten derer gehe, "die nichts dafür können". Der Staat müsse seiner Verantwortung  nachkommen und entgegensteuern. Es dürfe zu keiner Spaltung der Industrie in "genehme und nicht genehme" Betriebe kommen. 

[72]      "Wenn die Welt eine Zukunft haben soll, ist ein neuer Geist  nötig. Dann darf es nicht länger um das eigene Ich und das persönliche Wohl gehen, sondern das Heil aller muss oberstes Prinzip werden", sagte der Salzburger Erzbischof Eder in seiner heutigen Pfingstpredigt.

[73]      Eltern-Kindbeziehung: Gehorsam ... "Warum?" fragen heranwachsende Kinder oft wenn ihnen Vater oder Mutter etwas vorschreiben. Nicht selten lautet die Antwort: "Weil ich es dir sage" - und von den Kindern wird dies weitgehend akzeptiert. Jedenfalls von den jüngeren, wie eine Studie an der Universität Wien herausfand. Zwei Psychologinnen befragten 25 Jungen und 35 Mädchen, wie  sie elterliche Autorität sehen. Dabei wollten sie vor allem herausfinden, für wie legitim Kinder elterliche Autorität halten. Den Kindern wurden acht alltägliche Erziehungssituationen vorgestellt. Eine dieser Geschichte lautete zum Beispiel:
Peter (Michaela) will unbedingt seine (ihre) grüne Hose, die er (sie) besonders gern mag, anziehen. Seiner (ihrer) Mutter  gefällt diese Hose aber nicht und sie sagt zu Peter (M.), dass er (sie) eine andere Hose anziehen muss.
Die Kinder sollten bewerten, ob die Mutter das Recht hat, dem Kind vorzuschreiben, was es anziehen soll, warum sie das Recht hat und ob das Kind in der Geschichte gehorchen soll. Ergebnis der Untersuchung: Kinder finden es in Ordnung, dass die  Eltern ihnen sagen, was sie tun und was sie lassen sollen. Allerdings dürfen die Eltern es auch nicht übertreiben. Die Begründungen fallen unterschiedlich aus: weil sie Bestrafung vermeiden wollen, weil sie akzeptieren, da Normen und Regeln eingehalten werden müssen.

[74]      Dann korrigierte die Unions-Fraktion ihren Kanzler: Sie werde der Steuererhöhung nicht zustimmen, ließ sie ihn wissen. Die Koalition müsse neu verhandeln.

[75]      Es ist anzunehmen, dass heute in Spanien alle Einwohner Spanisch beherrschen, auch wenn sie anderer Muttersprache sind. In Lateinamerika dagegen dürfte ein Teil der Indiobevölkerung nur schwach spanisiert sein.

[76]      Das einseitige Propagieren der EG-Vorteile hat das Gegenteil  von dem erreicht, was es soll. Die Ablehnung steigt.

[77]      Mit einer solchen Einstellung, grantelte Cap, habe Busek seinen Beruf verfehlt. Der VP-Chef möge gefälligst sein EG-Verwirrspiel beenden.

[78]      Der österreichische Verteidigungsminister gehört zu jenen Politikern,  die am besten über die Vorgänge in Ex-Jugoslawien informiert sind. Sein Heeres-Nachrichtendienst ist wegen der treffsicheren Lagebeurteilungen in der westlichen Welt hochangesehen. Andere Länder mögen  technisch besser gerüstet sein, aber fast 40 Jahre Ost-Erfahrung der Österreicher sind mit  High-Tech-Gerät allein nicht wettzumachen.

[79]      Letzte Woche brach die größte Schnee-Epidemie des Jahrhunderts aus. So etwas könnte täglich wieder passieren. Lesen Sie deshalb den Schneebericht mit Sorgfalt:
Die Bevölkerung wird gebeten, die Häuser nicht zu verlassen, und die, die keine Häuser haben, sollen sich sofort Häuser kaufen und dann darin bleiben. Wer sein Auto ausgeschaufelt  hat und bemerken musste, dass es sich um ein falsches Auto oder gar um einen Ostbaum handelte, kann beruhigt aufatmen. Laut Verordnung müssen fremdausgeschaufelte Autos und Ostbäume nicht  wieder zugeschaufelt werden.
[Kabarettist Mini Blydinski]

[80]      Kurzer Prozess: Vergewaltiger in Sambia werden kastriert. Wiederholungstaten soll es keine mehr geben, rechtfertigt das Parlament des afrikanischen Staates Sambia seinen Entschluss: Vergewaltiger sollen künftig kastriert werden. Damit soll die stark gestiegene Zahl von Sexualdelikten eingedämmt werden. Eine Parlamentarierin berichtete gar, selbst vor den Abgeordneten seien Frauen derzeit nicht sicher. Einer ihrer Kollegen habe versucht, sie am helllichten Tag auf dem Flughafen zu vergewaltigen.

[81]      Im April 1990 sorgte der belgische König für Schlagzeilen, als er aus Gewissensgründen die Unterzeichnung eines Reformgesetzes verweigerte, mit dem das seit 1867 geltende totale Verbot der  Schwangerschaftsunterbrechung gelockert werden sollte.

[82]      Um ihren verhassten Ehemann ins Gefängnis zu bringen, verübte eine Wienerin Selbstmord - und tarnte ihn als Gattenmord. Sogar ihren Anwalt soll sie für ihre Zwecke missbraucht haben. Er erinnerte sich an eine Treffen mit Stefanie kurz vor ihrem Tod: "Da erzählte sie mir, da ihr Mann sie mit dem Erschießen bedroht hat und ich, wenn ihr etwas passieren sollte, an die Öffentlichkeit gehen müsste. 'Damit der Willi nicht so billig davonkommt', hat sie gesagt." Wilhelm Meier wurde inhaftiert. Ganze acht Monate saß er in Untersuchungshaft. Er will nun die Republik Österreich auf  Entschuldigung in Millionenhöhe klagen.

[83]      Russlands Präsident greift weiter durch: Per Dekret hat er die Presse unter seine Kontrolle gestellt. Das Innenministerium solle alle Radio- und TV-Einrichtungen schützen. Offenbar kam Jelzin dem Kongress zuvor, der ähnliches geplant haben soll.

[84]      Wieso fängt Jelzin mit dem ganzen Theater immer wieder an? Er soll  endlich Schluss machen und das ganze Parlament nach Hause schicken. Der Sieger heißt Boris Jelzin. Er hat seine Volksabstimmung, die ihm den Rücken stärken soll (wenn sie gelingt).

[85]      Am Mittwoch kommt "Dynasty"-Star Linda Evans mit Freund Yanni nach Wien. Im Hotel Intercont bereitet man für das Paar die Präsidenten-Suite mit Stephansdom-Blick vor: "Sie sollen sich ja wohlfühlen und den bestmöglichen Eindruck von Wien mit nach Hause nehmen.

[86]      "Horst ist schon schlafen gegangen", erklärte Ulla die Abwesenheit von Horst Skoff, der Freitag im Daviscup gegen Frankreich antreten müsste. "Er wird das schon machen, ich vertraue ihm. Er ist in Bombenform", sagte Ulla zwölf Stunden vorher und sollte leider nicht recht behalten.

[87]      Nach der Bluttat rief der Mann seine Schwägerin an: "Du bist die nächste!" Auch seine Kinder, so hieß es, soll der Mann mit Mord bedroht haben.

[88]      Toni Polster soll heute gegen Frankreich für Tore sorgen.

[89]      Im gestrigen Lauf war sie etwas gehandicapt, weil sie nach einem Trainingssturz Hüftschmerzen verspürte. "Das soll aber keine Ausrede für den siebten Platz sein", so Anita Wachter.

[90]      So schnell ist Ruhm in Österreich vergessen. 1990 lag Thomas Muster Österreich noch zu Füßen, nachdem er im Wiener Stadion gegen die USA Agassi und Chang zur Schnecke gemacht hatte. Und jetzt, da auf Musters Antreten gegen Frankreich von Seiten des Verbandes kein Wert gelegt wurde, wird Muster mangelnder Patriotismus nachgesagt. Keiner darf sich wundern, sollte Muster, der mit seinen Erfolgen im In- und Ausland schon mehr für Österreich getan halt als unser ganzes Daviscup-Team zusammen, Österreich eines Tages wirklich endgültig den Rücken kehren.

[91]      Die Mehrheit aller selbsternannten Teamchefs, und davon wimmelt es in diesen Tagen ja nur so, lässt Heimo Pfeifenberger heute gegen Frankreich stürmen. Ihr Argument: Wann sonst soll die schärfste Spitze der Bundesliga abgefeuert werden?

[92]      Natürlich muss die Mischung Vorsicht/Risiko passen. Selbst wenn wir ein schnelles Tor kassieren, darf das nicht als Negativ Ereignis in die Köpfe einsickern. Es gibt genug erfahrene Spieler, die das verhindern müssen. Wir dürfen uns nicht nur darauf konzentrieren, den Gegner an die Kette zu legen, sondern müssen selbst in hohem Ma initiativ sein. Die Franzosen sind im Konter nicht stark, aber wenn sie Raum zum Spielen bekommen, werden sie gefährlich. Deshalb müssen sie auch immer unseren Atem im Nacken spüren.

[93]      Schwere Kämpfe in Nord-Bosnien. Nur in Ost-Bosnien flauten die Kämpfe ab, allerdings dürfte dafür das schlechte Wetter verantwortlich sein.

[94]      Die deutsche Ausgabe des Buches soll im Frühjahr 1994 erscheinen.

[95]      Roth fragt sich bei seiner Romanfigur an, ob er den Text veröffentlichen solle.

[96]      Auf Spruchbändern steht: "Der Kongress soll zurücktreten."

[97]      Der russische Kongress hat einem Referendum am 25. April zugestimmt - allerdings unter Bedingungen, die für Jelzin unannehmbar sind. Die Bürger sollen beantworten, ob sie Präsident  Jelzin vertrauen, seine Wirtschaftspolitik billigen und vorgezogene Parlaments- und Präsidentenwahlen für notwendig halten. Neuwahlen sollen nur mit der Zustimmung der absoluten Mehrheit der Wahlberechtigten stattfinden.

[98]      Die Presse muss frei sein und die Politiker sollen die Pressefreiheit garantieren.

[99]      "Die VP macht hier traditionelle Politik für die eigene Klientel", analysiert Cap. "Maderthaner unterstellt, dass die Österreicher am Montag krankfeiern. Und wenn Bildung etwas kosten soll, heißt das: Nur jene, die es sich aus ihrer Herkunft leisten können, sollen eine gut Ausbildung erhalten." Während Cap in den USA eine "Renaissance des Staatsinterventionismus" ausmacht, habe sich die VP nie von Reagans und Thatchers Wirtschaftsideen verabschiedet. Ausgerechnet jetzt komme Busek auf den Slogan "Mehr Privat, weniger Staat" zurück, "gerade als sich in Hallein zeigt, wie sich ein Privater aufführt. Das soll Busek den Betroffenen allein erklären, da sich der Staat aus allem heraushalten soll. [news, 13/93,s.24]

[100] Busek fordert erneut Übernahme der Klinik. Die Patientenversorgung soll beim Land bleiben, Wissenschaft und Forschung aber beim Bund.

[101] Diskussion um Eignungsprüfung für betagte Autofahrer eskaliert. "Wer Führerschein abgibt, soll gratis Bahn fahren."

[102] Förderung soll die Wiesen an der March erhalten. Die Initiative der Frau Umweltministerin für die Feuchtwiesen auf slowakischer Seite der March ist begrüßenswert.

[103] Kunst muss die Gefühle der Gläubigen berücksichtigen. In Österreich ist ja die Mehrheit noch katholisch, und die Freiheit der Kunst, die ja nicht grenzenlos sein darf, wird noch dazu von  der Stadträtin Pastek und dem Unterrichtsministerium unterstützt. Ich glaube, das ist nicht ganz richtig.

[104] Die mutmaßlichen Täter des Brandanschlages auf die dt. KZ - Gedenkstätte in Sachsenhausen sind gefasst. Die beiden Tatverdächtigen sollen den Anschlag gemeinsam mit 15 anderen Personen, die der Skinhead-Szene angehören, verübt haben, berichtete die Staatsanwaltschaft Postdamm. Bei dem Brand war die sogenannte Jüdische Baracke fast vollständig zerstört worden. Nach bisherigen Planungen soll sie als Museum originalgetreu wiederhergestellt werden.

[105] Wir kennen unseren Mitgliedern nicht sagen, wo sie kandidieren sollen.

[106] Zahlreiche in der nordamerikanischen Profiliga NHL tätige russische Spieler sollen Schutzgeld an die russische Mafia bezahlen müssen. Dies berichtete nun eine Zeitung in Montreal, Demnach soll mehrere

[107] Spieler geben, die um das Wohl ihrer Angehörigen in Russland fürchten und für deren 'Schutz' bezahlen. Auch in der  russischen Liga soll die Unterwelt bereits das Sagen haben und die Transfers ins Ausland kontrollieren. Seitens der NHL wurde vorerst dazu nicht Stellung genommen, angeblich haben sich aber bereits die Behörden eingeschaltet.

[108] Balladurs "Gründe, warum es uns nicht geben darf" provoziert widersprechende Reaktionen bis zur Feindseligkeit geradezu - zugleich ist ein bemerkenswertes Buch, das zu Unrecht von der Kritik bisher kaum wahrgenommen wurde.

[109] Das größte persönliche Glück des Mannes besteht im Lieben und Geliebtwerden und - unabhängig davon, wie hoch er im Geschäftsleben, im Beruf, in der Politik gestiegen sein mag, und sei er von der Gesellschaft tausendfach anerkannt - seine Befriedigung über Erfolge im Leben kann nie den Wunsch nach Liebe und Geliebtwerden ersetzen.

[110] Ruland hat eine diplomatische Offensive gestartet, um die Verhängung einer Totalblockade gegen Serbien durch den UNO-Sicherheitsrat zu verhindern. Der Rat will morgen darüber abstimmen. Präsident Jelzin schickte einen Brief an US-Präsident Clinton, in dem es um eine Verschiebung der Abstimmung gehen dürfte. Einige russische Regierungsbeamte deuteten auch an, da Russland bei der Abstimmung sein Veto einlegen könnte, sollte diese doch stattfinden. Im Hintergrund der russischen Bemühungen dürfte der Machtkampf zwischen Jelzin und den Reformgegnern stehen: Die Altkommunisten werfen Jelzin vor, die Serben zu verraten.

[111] Skandal in Italien-Pescara. Spieler sollen elf Partien verkauft haben. Jetzt sollen diese Spieler suspendiert werden. 

[112] Kennen Sie die Geschichte von jenem Mann, der von seinem Vater eine von Klapperschlangen völlig verseuchten Farm erbte und von allen bedauert wurde? Nach einigen Jahren war er der größte Fabrikant von  Klapperschlangenfleisch und -serum in den USA und ein wohlhabender Mann. Dieser Mann hatte das Magische Auge. Er sah die unentdeckten Potentiale, die hinter dem schon Bekannten verborgenen Bilder. Diese Einsicht und ihre Bestärkung durch das gerade so in Mode befindliche Vexierspiel gibt Kraft, über die scheinbare Beengheit gegebener Verhältnisse, die vielen manchmal unüberwindbar scheinenden Sachzwänge hinauszudenken, und zwar mit ganz realistischen Gründen und ohne sich Wunschträumerei vorwerfen lassen zu müssen. Es gibt das schöne alte Sprichwort, dass Glaube Berge versetzen kann. Das mag schon stimmen. Die größten Bergen aber werden von Träumern versetzt, deren Vorstellungen sich dann in Glauben und später zu Wirklichkeiten wandeln.

[113] Es ergäbe ein lohnendes Sujet, hier das Thema zu wechseln und von Lyotards Suche nach "authentischer Zeitlichkeit" zu handeln, d. h. von einem Generalthema der französischen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Das soll hier nicht geschehen. Vielmehr soll es anschließend nur um die Klärung der Frage gehen: Wie lässt sich eine Verbindung des Lyotard-Relativismus mit Levinas' Philosophie denken? Es ließe sich behaupten, dass Lyotard versucht ...

[114] Wie sollen wir lernen, wenn wir keine Erfahrung machen dürfen?

[115] Ein möglicher Grund für die Ablehnung des EWR durch die Schweizer Bürger: Bern genügt uns schon, wie wollen nicht auch noch Brüssel. Brüssel sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren.

[116] Europa darf sich nicht in ein Europa der Märkte verwandeln. Es muss ein Europa der Staatsbürger bleiben.

[117] Man kann nicht mit antiquitierten Ideen ein neues Europa bauen, man muss sich aber an alte Grundsätze erinnern. Wenn Europa die administrative Kraft eines Sauriers hat, wird es die Überlebenskraft eines Sauriers haben.

[118] Der Bauer muss säen, um ernten zu können.

[119] Zum Thema Frauen soll Richard R. gesagt haben: "Frauen sollen in der Politik nicht zu reden haben, weil sie biologisch dafür nicht geeignet sind." Außerdem sei "in Wiens U-Bahnen halb Afrika zu finden," zitiert eine Schülerin ihren Lehrer, der das FP-Ausländer-Volksbegehren tatkräftig unterstützt haben soll.

[120] Zum Thema Frauen soll Richard R. gesagt haben: "Frauen sollen in der Politik nicht zu reden haben, weil sie biologisch dafür nicht geeignet sind." Außerdem sei "in Wiens U-Bahnen halb Afrika zu finden," zitiert eine Schülerin ihren Lehrer, der das FP-Ausländer-Volksbegehren tatkräftig unterstützt haben soll.

[121] Das ist der Grund, warum unsere Bürgerinitiative zur Wahl antritt. Es muss eine Bürgerinitiative gegen den Verkauf Österreichs geben. Wer könnte sonst die Interessen all derer vertreten, die sich vom Propagandaterror der Regierungsparteien nicht einschüchtern ließen und mit "Nein" gestimmt haben?  ["NEIN"-Bürgerinitiative]

[122] Heide Schmidts Botschaft an die Wähler: Man müsse Überzeugungsarbeit leisten dürfe bis zur letzten Minute, dürfe den Optimismus nicht verlieren, denn es gehe nur darum, "wie stark" das LIF im nächsten Nationalrat vertreten ist. Die Frage nach dem "ob" will sie "gar nicht erst verbalisieren" ...

[123] Wenn ich auf der Straße gehe, und sich alle nach mir umdrehen, dann denke ich mir: Es muss wohl etwas besonders Faszinierendes sein, wenn man feststellt, dass auch der Muster gehen kann.  [Tennis-Star Thomas Muster]

[124] Ich muss und will mit jenen Beamten, die das Innenministerium derzeit hat, möglichst gute Arbeit leisten. [Innenminister Einem]

[125] Endlich werden auf Anordnung des Gerichts alle Abonnenten der rechtsextremen Zeitschrift „Aula“ einvernommen. Man muss sich fragen: Warum so spät? Durften, konnten, wollten die Behörden nicht zugreifen? Wenn es Widerstand im Sicherheitsapparat gegeben haben sollte - jetzt muss er gebrochen werden.

[126] Als Kind mag man vieles nicht essen, wovon Erwachsene glauben, man müsste es mögen. Oder umgekehrt. Denn man hat eine ganz bestimmte Geschmackswelt.

[127] Die Chinesen haben vor 2000 Jahren den Schießpulver erfunden, aber sie haben es nicht für Kriegszwecken verwendet. Nur für Knallkörper. Sie hätten können, aber sie haben klugerweise nicht wollen.

[128] Drei algerische Terroristen wollten italienischen Zeitungsberichten zufolge die US-Botschaft in Rom in die Luft sprengen. Einer der Männer hätte in einem Kamikaze-Anschlag das Attentat verüben sollen. Die Gruppe soll Verbindungen zu dem mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden haben.

[129] Das hätte sich Oma nicht träumen lassen: Plötzlich ist Eierlikör, der süße Inbegriff der Spießigkeit, in aller Munde.


Übersetzungsübung

 

[1]          Diese Paella schmeckt mir sehr. Kann ich das Rezept von dir haben?

[2]          Er sagte, dass wir ihn besuchen sollten. Er fühlt sich ganz allein.

[3]          Mein ist Auto ist kaputt. Ich muss ihn reparieren lassen.

[4]          Wir haben kein Brot. Soll ich welches holen?

[5]          Ich habe meine Geldtasche [cartera] verloren, was soll ich jetzt tun?

[6]          Nächste Woche soll Menem nach Tirol kommen.

[7]          Sie mag ihn sehr, aber sie will ihn nicht heiraten.

[8]          Wir müssen alle weniger Benzin [gasolina] verbrauchen [gastar].

[9]          Sie müssen mehr auf Ihre Gesundheit aufpassen. [cuidar más la salud]

[10]      Sie sollten ihn nicht so behandeln [tratarle así].

[11]      Hier darfst du ohne Krawatte nicht hinein.

[12]      Ich habe die Frist versäumt [se me ha pasado el plazo]. Was soll ich jetzt tun?

[13]      Sie müssen jetzt ein Semester warten.

[14]      Du kannst jetzt nicht fahren, du hast viel getrunken. Laß mich fahren.

[15]      Jetzt kann ich Auto fahren, ich habe gerade [acabar de + inf.] den Führerschein gemacht.

[16]      Mit dem Führerschein kannst du nicht in Österreich fahren.

[17]      Es muss schon sehr spät sein. Wir müssen nach Hause.

[18]      Darf ich Sie darauf aufmerksam machen [advertir], dass man hier nicht rauchen darf?

[19]      Ein jeder [cada uno] muss das tun, was er für richtig hält [creer conveniente].

[20]      Du darfst doch recht haben, aber das darfst du so laut [alto] sagen.

[21]      Könnte ich nur handeln, wie ich wollte!  [¡Si ...! / ¡Ojalá ...!]

[22]      Lassen Sie mich jetzt schlafen, ich bin sehr müde.

[23]      Lassen Sie mich jetzt in Ruhe, ich mag jetzt nichts davon wissen.

[24]      Wer etwas tun kann, wird überall [en todas partes] Arbeit finden.

[25]      Du hättest mich vorher [antes] warnen [avisar]  sollen.

[26]      Wir hätten die Ortiz auch einladen müssen.

[27]      Ich hätte sie damals [entonces] heiraten [casarse con] sollen.

[28]      Er hätte schon vor drei Stunden anrufen sollen.

[29]      Wir hätten diesen Test früher machen sollen.

[30]      Du hättest sie nicht zahlen lassen.

[31]      Sie hätten mindestens [al menos] ein Telegramm schicken sollen.

[32]      Lasse ihn nicht so lange auf die Antwort warten.

[33]      Das hätten Sie mir früher sagen sollen.

[34]      Können wir jetzt gehen?

[35]      Soll ich auf dich warten?  [esperar por ti]

[36]      Sollen wir ins Kino oder in die Oper gehen?

[37]      Und was sollen wir jetzt tun?

[38]      Tu, was du machen musst, damit du tun kannst, was du machen willst.

 


Die Politiker

 

Das neue Bezügegesetz muss noch vor dem Sommer beschlossen werden. Und es gibt gar keine Diskussion, dass es keine Halbwahrheiten mehr enthalten darf. Im Prinzip wäre die Lösung einfach: Es sollte generell für Politiker, die Beamte in öffentlichen Institutionen sind, kein zweites Einkommen mehr geben.

Jeder Beamte soll sich, wenn er in die Politik wechselt, ohne Gehalt karenzieren lassen. Dafür sollte man ehrlicherweise die Bezüge der aktiven Politiker um 50 Prozent anheben, um sie mit der Privatwirtschaft vergleichbar zumachen. 

Die Politiker sollten den Mut zu diesem klaren Schritt aufbringen - und sie müssen den  Schritt der Neuregelung ihrer Bezüge noch vor der Sommerpause setzen. Sonst wird der Image-Schaden beträchtlich sein. [NEWS, 25/96]

 

Von der Liebe zur Politik: Hommage a Alois Mock

 

Sie wollten immer wissen, wie Edith Mock ihren Alois kennengelernt hat? Voila! Hier ist die ultimative Antwort: "Ich hatte 1959 einen Unfall. musste mit einen Liegegips drei Wochen zu Hause liegen.

Da haben mich unzählige Freunde besucht - unter anderem eben auch der junge Ministerialbeamte Alois Mock."Taktisches Geschick waren dem Euratsfelder damals schon zu eigen, denn: "Er ist immer dann gekommen, wenn die anderen bei schönem Wetter ins Bad gegangen sind." Na also. Die Schwäche des Gegners eiskalt ausgenützt, Ziel anvisiert, zugeschlagen. Vier Jahre später geheiratet. Die Ehe hält bis heute. Edith Mock lüftet einen Zipfel des Geheimnisses.

"Also, auch wenn ich irgendwo mein Temperament rauslasse, lässt er mich verständnisvoll gewähren. Es ist natürlich ein schlechter Vergleich - mit dem Kaiser Franz Josef und der Sisi: Aber der hat ihr ja auch alles durchgehen lassen."

Bei aller Ähnlichkeit mit Ihrer Majestät. Wir wollen doch inständig hoffen, dass weitere Schicksalsvergleiche mit Kaiserin Sisi der verehrten Gattin unseres Außenministers erspart bleiben mögen.

Der Rest des Polit-Buches widmet sich den ernsteren Dingen: Die Liebe zur Politik. Der Aussemninister spricht über sein Leben nach dem Außenamt.

Alois Mock lässt auch zur aktuellen Politik aufhorchen. Er befürwortet eine stärkere Einbindung des Bundespräsidenten ins aktuelle politische EU-Geschehen und : Er könnte ans Aufhören in der Mitte der Legislaturperiode denken.

[J. Fischer über "Alois Mock. Ein Leben für Österreich", von Hubert Wachter]

  

MADRID

 

Die "Cervecera Alemana" hat zum Glück nichts mit deutscher  Biergemütlichkeit zu tun. Man muss eben Schwerpunkte setzen, wenn man von den tausenden Lokalen in Madrid nur ein paar aufsuchen kann. Irgendein Mensch, der offenbar nichts Wichtigeres zu tun hatte, will errechnet haben, dass es allein in der Calle de Atocha mehr Bars und Discotheken gibt als in ganz Schweden. Und das seltsamste daran: Sie sind alle voll. Nie wird sich das Rätsel klären lassen, wann die Madrilenen schlafen. In der Nacht mit Sicherheit nicht.

Es sei ihm nicht gelungen, erklärte mir unlängst ein Kollege, in Madrid ein Zentrum zu entdecken. Aber der gute Mann ist auch zu Hause stets ein wenig desorientiert - wenngleich eingeräumt werden muss, dass es Madrid tatsächlich an einem Stephansplatz mangelt.

Madrid sei nichts als ein uninteressanter Haufen Steine, schrieb einmal ein respektloser spanischer Schriftsteller. Er muss wohl aus dem feindlichen Barcelona stammen. Gut es gibt den Prado, den gigantomanischen Königspalast, die Oper, die gerade renoviert wird. Von Thyssen übrigens.

Das hat sich der Baron auch verdient, schließlich hat er Madrid seine Gemäldesammlung geborgt. Dem Vernehmen nach soll die vierte Frau des Herrn Baron, die Spanierin Tita, ihren Heinrich dazu überredet haben.

Die eigentliche Sehenswürdigkeit in Madrid sind die Madrilenen. 

"Am Morgen danach leugnet Madrid, was offensichtlich in der Nacht passiert ist, etwas, was Paris zum Beispiel nicht leugnet, weshalb es von seinen Sünden nie freigesprochen wird", das schrieb schon vor Jahren Ramón Gómez de la Serna. Diese Einstellung macht auch klar, warum Juan Carlos soviel beliebter  ist als die anderen europäischen Operetten-Monarchen.

Sicher, er hat 1981 den Putschversuch des Militärs abgeschmettert. Aber er soll - und das ist mindestens genauso wichtig - über mehrere Mätressen in verschiedenen Teilen seines Reiches verfügen. Das ringt einem Spanier allemal Respekt ab.

 

 Tips für Fernreisende

 

Die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen Ihrer Fernreise ist, dass Sie gesund bleiben. Die folgende Informationen sollen Ihnen dabei helfen.

 

1. Reisevorbereitung

 

Informieren Sie sich rechtzeitig, welche Impfungen für Ihr Reiseland notwendig sind, denn bereits sechs Wochen vor Reiseantritt sollten Sie mit den ersten Impfungen beginnen. Grundsätzlich sollten Sie eine Fernreise nur bei guter Gesundheit antreten. Auch eine zahnärztliche Behandlung sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen werden.

 

2. Das gehört in die Reiseapotheke

 

Folgende Medikamente sollten Sie unbedingt in Ihrer Reiseapotheke mitführen: Insektenschutzmittel, Mittel gegen Durchfall, gegen Schmerzen. Um den bei Durchfällen auftretenden Verlust von Wasser und Mineralstoffen wieder auszugleichen, sollten Sie sich Elektrolytersatz, den Sie in jeder Apotheke erhalten, besorgen.

Nehmen Sie jedenfalls bei Durchfallserkrankungen ausreichend Flüssigkeit und Mineralstoffe zu sich. Erwachsene sollten davon mindestens 1 bis 2 Liter innerhalb von 6 Stunden trinken.

Denken Sie daran, Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen, in ausreichender Menge mitzunehmen.

Wenn Sie Brillenträger sind, so empfiehlt es sich, eine Ersatzbrille mitzunehmen.

 

3. Allgemeine Ratschläge

 

Nach langen Flügen mit Zeitverschiebungen sollten Sie mindestens einen Ruhetag einhalten.

Die wichtigste und wirksamste vorbeugende Maßnahme gegen Krankheiten am Urlaubsort ist Hygiene. Getränke:

Meiden Sie den Genuss von Wasser, das nicht abgekocht ist. Meiden Sie starke alkoholische Getränke. In den Tropen sollte man alkoholische Getränke erst abends genießen.

Lebensmittel: Meiden Sie rohe Milch, Salate und ungekochtes Gemüse. Fleisch, Fische und andere Meeresfrüchte sowie Eier müssen vollständig durchgebraten oder gekocht sein. Nahrungsmittel sind gekühlt so aufzubewahren, dass kein Kontakt mit Fliegen und anderen Insekten entstehen kann.

Vorsicht bei ungewohnten Speisen. Wählen Sie leichte Kost. Merken Sie sich das Motto: "Koch es, schäl es oder vergiss es!" Bekleidung:

Tragen Sie eine leichte, lockere, den ganzen Körper bedeckende Kleidung aus Baumwolle oder Leinen.

In den Tropen sollten Sie niemals barfuss gehen (Gefahr von Schlangen und Skorpionen). Tragen Sie am Strand Badeschuhe. Bei Ausflügen ins Land sind hohe Schuhe oder Stiefel zu empfehlen. Nachts schützen Sie sich am besten durch ein Moskitonetz.

 

4. Schutz vor AIDS

 

AIDS ist eine durch Viren (HIV) hervorgerufene bisher unheilbare Krankheit.

Die Krankheit bricht in der Regel erst viele Jahre nach der Ansteckung aus.

Man kann einem Menschen nicht ansehen, ob er das Virus in sich trägt.

Er kann daher die Krankheit übertragen, ohne sich selber krank zu fühlen.

Mitunter weiß er gar nicht, dass er infiziert ist. Der Hauptübertragungsweg von AIDS ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr.

Kein Risiko besteht bei Zärtlichkeiten wie Küssen, Streicheln, Massieren oder Petting.

Wenn Sie sexuelle Abenteuer nicht ausschließen wollen, nehmen Sie sich unbedingt von zu Hause ausreichend Kondome mit. Voraussichtlich werden Sie an Ihrem Reiseziel Kondome überhaupt nicht oder nicht in guter Qualität erhalten.

Wenn Sie regelmäßig Medikamente gespritzt bekommen müssen, sollten Sie originalverpackte Einmalspritzen und -nadeln mit auf die Reise nehmen.

Wenn Sie sich im Ausland in Spitalsbehandlung begeben müssen und es von Ihrem Zustand her möglich ist, vergewissern Sie sich, ob die verwendeten Injektionsbestecke steril sind bzw. ob Blutkonserven auf HIV getestet wurden.

 

5. Impfungen

 

Die einzige Impfung, die für die Einreise in manche Länder vorgeschrieben werden darf, ist die Gelbfieber.

Trotzdem verlangen einige Länder aus besonderem Anlass noch eine Choleraimpfung. Diese Vorschriften sollen dem Schutz des Landes von einer Einschleppung der betreffenden Infektionskrankheit dienen.

Typhus ist in vielen warmen Ländern eine häufige Infektion. Wenn unzureichende hygienische Verhältnisse vorliegen könnten, ist die orale Schutzimpfung angezeigt. Sie sollte eine Woche vor Reiseantritt abgeschlossen sein.

Wenn Sie in eine Gelbfieberzone reisen, sollten Sie sich auf jeden Fall gegen diese Krankheit impfen lassen. Gelbfieberimpfungen dürfen nur von zugelassenen Stellen durchgeführt werden, die Adressen dieser Stellen finden Sie im Anhang.

 

6. Malaria - Vorbeugung

 

Die Gefahr, an Malaria zu erkranken, besteht in feucht-warmen Ländern und wird häufig unterschätzt.

Man kann sich aber gegen diese gefährliche Krankheit durch regelmäßige Einnahme eines Medikamentes schützen. Welches Medikament genommen werden sollte, hängt davon ab, wohin die Reise geht. In manchen Gegenden sind die Erreger gegen bestimmte Antimalariamittel resistent. Eine absolut regelmäßige Einnahme des richtigen Mittels ist unbedingt notwendig. Nach der Rückkehr muss die Einnahme des Medikamentes noch bis zu sechs Wochen lang fortgesetzt werden. Nachlässigkeit kann tödliche Folgen haben. Die medikamentöse Prophylaxe zur Verhütung der Malaria muss unbedingt durch Maßnahmen wie schützende Kleidung, Moskitonetze, Insektenschutzmittel ergänzt werden.

 

7. Nach der Rückkehr

 

Sollten Sie nach der Rückkehr von Ihrer Fernreise Fieber bekommen, gehen Sie sofort zum Arzt. Teilen Sie dem Arzt mit, aus welchem Land Sie kommen, um die Diagnose zu erleichtern. Selbst wenn erst zwei Jahre nach einer Tropenreise plötzlich unklare Krankheitserscheinungen auftreten, sollten Sie Ihren Arzt von der zurückliegenden Reise informieren.

Wo Sie sich über vorgeschriebene und empfohlene Impfungen sowie über andere notwendige Maßnahmen beraten lassen und sich auch gegen Gelbfieber impfen lassen können: Tropenmedizinische Beratungsstelle der Stadt Wien, Gonzagagasse 23  1010 Wien Telefon  02222 / 53 1 14

Diese Broschüre ist kostenlos beim Bundesministerium für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz erhältlich.

 

Das Wort "man"

 

Umformulierung kann Wunder wirken. Das Wort "man" birgt Gefahren.

Wer sich oft unverstanden fühlt, sollte einmal seine Sprache untersuchen.

Wer zum Beispiel sagt "Man kommt sich blöd vor", statt "Ich fühle mich verschaukelt von dir", der darf sich nicht wundert, wenn er nicht ernst genommen wird. Wer in "Ich-Sätzen" spricht, dem hört der Gesprächspartner aufmerksam zu, der kann seine Meinung klarer vermitteln. Das heißt nicht, dass nun das Wort "man" aus dem Sprachschatz gestrichen werden muss.

Wenn es um allgemeingültige oder neutrale Aussagen geht, dürfen Sie es durchaus einsetzen.

Jedoch sollten Sie das "man" absolut vermeiden und sich ausschließlich "ich-betont" äußern, wenn es um Ihr Empfinden, Ihre ganz persönliche Meinung geht. Und die sollen Sie klar und deutlich  aussprechen. Weil es keinen Grund gibt, seine Individualität hinter einem "man" zu verstecken. [Im  KURIER]

 

Die Erziehung nach J. J. Rousseau

 

Die Autorität von Wolmar, den Julie nach dem Willen ihres Vaters ehelicht, ist eine Autorität der Gerechtigkeit und Ordnungsliebe. Wolmar ist so wie der Gesetztgeber ein Abbild Gottes. Er braucht nicht viel zu unternehmen - er muss nur hier sein. Er macht keine Vorwürfe und verhängt keine Strafen, wenn man die heimische Autorität des Erziehers von Emile betrachtet.

Dieser darf nämlich nichts sagen, nicht vorschreiben, nichts verbieten. Die Gefahr liegt nicht darin, dass man mit der Erziehung zu spät. Wie Rousseau meint, müsse die erste Erziehung rein negativ sein, sie müsse das Herz vor der Sünde schützen.

Weil die Erziehung von Emile dauernd am Rande der Katastrophe schwebt, wird alles im Vorhinein vorbereitet, deshalb darf auch die Aufmerksamkeit des Erziehers nicht um einen Augenblick nachlassen. Hier müssen Rousseaus Ratschläge über die dauernde Sorge des Erziehers von Emile ganz buchstäblich verstanden werden - man sollte ihn nie allein lassen und müsse in seinem Zimmer schlafen. Er soll nicht  ins Bett gehen, solange er nicht vom Schlaf  übermannt wird und muss im Augenblick des Erwachens aufstehen - oder man dürfe das Ruder für keinen Augenblick aus der Hand geben, sonst sei alles verloren. Der Erzieher, der zu verhindern hat, dass Emile schlecht werden könnte, kann das nur durch eine dauernde und unerbittliche Aufsicht erreichen.  Sogar als sich Emile der Zeit der Pubertät nähert, bleibt die präventive Autorität nicht weniger wichtig.

Auch wenn die Strenge des Lehrers schon der Freundlichkeit des Gesellen weicht, muss ihm Emile noch immer alles sagen. Und wenn es früher gegolten hat, dass er keinen Schritt tun dürfe, den der Erzieher nicht vorgesehen hätte, gilt es nun, da er in die Gesellschaft eingeführt werden soll, da es wichtig sei, dass der Zgling nichts tue, was der Lehrer nicht wüsste, nicht einmal das Schlechte. 

 

Lüge und Wahrheit in der Liebe

 

Auf dem Gebiet der "Liebeslüge" nun hat es der Mensch - insbesondere der Mann - zu wahrer Meisterschaft gebracht.

Wenn F. Nietzsche, der Philosoph der "Fernstenliebe", einmal sinngemäß meinte, was als wahr wirken soll, dürfe nicht wahr sein - so gilt dieses Diktum besonders für die Liebesverhältnisse des Menschen. Die Liebesverhältnisse des Homo sapiens sind dermaßen verwickelt, da sich in ihnen Wahrheit und Lüge ständig vermischen: Soll eine Liebe oder Passion, eine Affäre oder eine 'Traumnummer' beginnen, müssen zuvor die richtigen Worte fallen.

Unmögliche Worte. Denn sie sollen verführerisch klingen und aufrichtig sein, schön und vertrauenserweckend, verlangend und wahr. Stets nistet in den Bedingungen des Gelingens ein Betrug.

Wer der Wirkung von Worten verfallen soll, den muss das Verlangen hypnotisieren und der Schein der Wahrheit blenden.