Die Vergangenheitszeiten

Deutsche Beispiele

© Justo Fernández López


 

[1]

Robert Rogner wollte "aus Patriotismus" in die Kärntner Politik einsteigen. Diese Woche ist er wieder ausgestiegen. Und während Haiders Leute zum vierten Mal aus dem Landtag zogen, gönnt er sich daheim Rotwein und Speck.

[2]

Vor den Gemeinderats-Wahlen waren fast alle für das Ende der Busspur auf der Haller Straße. Die Busspur war nur für die Zeit während der Bauarbeiten am Herzog Otto-Ufer geplant.

[3]

Ich war immer ein Anhänger des europäischen Gedankens. Wir hatten schon im letzten Jahrhundert die Chance, die Vereinigten Staaten von Mitteleuropa zu werden. Die Dummheit der Politiker hat es damals verhindert. [Erwin Ringel]

[4]

Großteils versteckt, nur vereinzelt offen wird FP-intern Kritik an Haiders Bewältigung seiner EU-Niederlage laut. Immerhin haben 41% der FP-Wähler am Sonntag ihr Ja zur EU deponiert.

[5]

Wer war es am Telefon?

[6]

Wer war die erste Österreicherin auf einem 8000er?

[7]

Beim Stand von 3:2 für Brasilien musste Roberto Baggio seinen Elfer unbedingt verwandeln. Aber auch er dreschte den Ball über das Tor: "Ich fühle mich physisch gut. Ich war konzentriert. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte."

[8]

Edi Glieder kam, sah, traf dreimal und besiegte Austria Salzburg. Drei Tore bei seinem ersten Spiel.

[9]

Ich war schon vor einer Woche bei dem tragischen Unfall in Kufstein, wo drei Menschen starben, aber was sich da in Wörgl abgespielt hat, war noch schrecklicher. Wir sahen auf einen Blick, dass wir niemand mehr helfen konnten.

[10]

Buben töteten 30 Igl: "Uns war fad!" 

[11]

Salzburg resümiert: Es war "eine besonders glückliche Saison."

[12]

Grace Kelly hatte Affären mit Clark Gable und William Holden. Sie hat das nie bestritten.

[13]

“Der Mann, der zuviel wusste” war einer der erfolgreichsten Filme von Hitchcock.

[14]

Ich habe nie vorgehabt, Filmstar zu werden. Es ist einfach passiert.

[15]

Das Essen war mir immer mein Freund. Wann immer ich mich schlecht fühlte oder eine Krise hatte, ging ich zum Eisfach und öffnete es.

[16]

Viele Filmstars der alten Schule waren ziemlich schlechte Schauspieler. Sie hatten Marken-Charakter und boten so etwas wie einen geregelten Speiseplan: Am Mittwoch gab's Cornflakes und Gery Cooper; am Freitag Müsli und C. Gable.

[17]

Ich feierte Parties, tanzte, spielte Conga und ... alle Frauen. [M. Brando]

[18]

1826: Die Kaiserin von Brasilien liegt im Sterben. Der Kaiser ist bei Aufständen oder seiner Mätresse Domitila. Gloria Kaiser erzählt von den letzten Tagen der Dona Leopoldina, ihren Kindheitserinnerungen an ihren Vater Franz I., Kaiser von Österreich. Er und Metternich haben sie mit Prinz Pedro von Bragança verheiratet. Mit 20 kam sie nach Rio und war verzaubert von den Tropen. Doch bald sah die Prinzessin das Elend der Armen und half: Sie erließ Gesetze gegen Sklaverei und schuf ein unabhängiges Kaiserreich. [Gloria Kaiser: "Dona Leopoldina". Styria Verlag].

[19]

Tom Hanks wuchs in Oakland, Kalifornien, als eines von vier Kindern einer typisch amerikanischen Arbeiterfamilie auf. Seine Mutter war Kellnerin, sein Vater Koch. Die Ehe zerbrach, als er gerade fünf war. Hanks zog mit seinem Dad von Stiefmutter zu Stiefmutter: “Ständig waren da neue Frauen im Leben meines Vaters. Kaum gewöhnte ich mich an eine, war schon die nächste da.” Hanks entwickelte sich zum Einzelgänger. “Ich habe damals meine Unsicherheit mit Clownerie überspielt. Ich fühlte mich lange sehr einsam, isoliert. Erst viel später durch meine zweite Ehe habe ich gelernt, mit Menschen umzugehen.”

Neben der Schule verdiente er sich eine Handvoll Dollar als Hotelpage.

Bis ein Freund dem Schüler des Community College von Sacramento eine besser dotierte Stelle als Kulissenschieber für ein Vorstadt-Theater anbot. Hanks wusste schon nach dem ersten Kontakt mit den Brettern, die die Welt bedeuten: “Das wird mein Leben.”

Er besuchte die California State University in Sacramento und spielte die Komikerrollen in Shakespeare-Stücken. “Meine Vorbilder waren schon damals Jack Nicholson, Steve McQueen und Robert De Niro. In wollte werden wie sie.”

In der Komödie “Splash - eine Jungfrau am Haken” fiel Hanks zum ersten Mal weltweit auf. “Schlaflos in Seattle” brachte ihm Ruhm. Seit er für “Philadelphia” den Oscar bekam, gehört der Schauspieler zur neuen Elite des amerikanischen Films. Regisseur Robert Zemeckis: “Tom ist einer der ganz großen Darsteller Hollywoods, von denen es nicht einmal ein Dutzend gibt.

[20]

Ein Schlagersänger zu einem anderen:

-Ich habe mir deine neue Platte gekauft.

-Ach du warst es?

[21]

Wie schön war Madrid in den 50er Jahren als ich dort lebte! Als ich noch in Madrid wohnte, hatte die Stadt eine herrliche Luft.

[22]

Vergangenen Herbst verbrachten [pasar] wir 3 Tage in Barcelona. Am ersten Tag vormittags besichtigten [visitar]  wir die Kathedrale und das Zentrum der Stadt; nachmittags fuhren [subir] wir zum Tibidabo hinauf.   Wir genossen [disfrutar de]eine herrliche Aussicht über die Stadt und das Meer, Am zweiten Tag fuhren [ir]  wir zum Montserrat. Das berühmte Kloster liegt [estar a] 40 Kilometer von Barcelona im Montserrat-Gebirge.

Am dritten Tag gingen [ir] wir zum Strand von Castelldefels; es ist ein schöner und sauberer Strand, der von den Einwohnern der Hauptstadt viel besucht wird.  Wir badeten und aßen [bañarse / comer] in einem  kleinen Gasthaus am Strand zu Mittag.

Am Nachmittag  kehrten [volver] wir nach Barcelona zurück, um ein deutsches Schiff zu besichtigen, das im Hafen lag [estar anclado].

[23]

Ich habe [vivir] mit meiner Familie zwei Jahre in Tarragona gewohnt.

Wir mieteten [alquilar] ein kleines Haus außerhalb der Stadt. Das Haus hatte [tener] zwei Stockwerke.  Im Erdgeschoß waren das Wohnzimmer, das Esszimmer und die Küche, und oben waren die Schlafzimmer. Vom Balkon aus hatte man eine schöne Aussicht auf die Stadt und das Meer. Hinter dem Haus befand sich ein kleiner Garten, wo wir immer mit den

Kindern spielten. Um zum Zentrum zu gelangen, nahmen wir die Straßenbahn. Diese zwei Jahre sind die schönsten Jahre meines Lebens gewesen.

[24]

Feste und Gebräuche: Der Schäferlauf:

Das war eine des berühmtesten Wettkämpfe der Schäfer, den am Buben und Mädchen teilgenommen haben. Es handelte sich um einen Wettlauf über ein langes Stoppelfeld bei dem die Teilnehmer barfuss sein mussten. Zuerst liefen die Buben, dann die Mädchen. Der schnellste Junge bekam einen mit Bändern geschmückten Hammel, die Siegerin bei den Mädchen gewann ein Schaf, manchmal auch ein Kleidungsstück und Silbergeld. [Aus einem öster. Kalender]

 

Gestern wachte [despertarse] ich um acht Uhr auf und stand sofort auf [levantarse].

Zum Frühstück trank [beber] ich Kaffee mit Milch und Brötchen [panecillos]. Dann nahm [coger] ich den Wagen und fuhr [ir] ins Büro. Ich hatte viel zu [que] arbeiten, weil mein  Abteilungsleiter auf Urlaub war [estar de] und ich  musste [tener que] ihn vertreten. Ich in einem Restaurant zu Mittag, weil ich keine Zeit hatte nach Hause zu gehen. Dann ging [volver] ins Büro zurück.  Die Sekretärin wartete [esperar]  schon auf mich, sie hatte noch nicht essen können, weil sie während der Mittagspause mit dem Abteilungsleiter telefoniert hatte [telefonear]. Der Abteilungsleiter wollte [querer] wissen, ob ich ihn hier im Büro gut vertrete [sustituir]. Ich arbeitete [trabajar] im Büro bis halb sieben. Um sieben Uhr ging [irse] ich nach Hause, meine Frau wartete [esperar] schon auf mich, weil sie ins Theater gehen wollte [querer]. Sie geht gern ins Theater. Vorige Woche ging [ir] sie allein, weil ich keine Zeit hatte [tener], ich musste [tener que] im Büro Überstunden machen. Und gestern hatte ich keine Lust [ganas de], auszugehen, aber ich musste sie doch begleiten. Es war eine kalte Nacht und wir  waren erst nach Mitternacht wieder zu Hause.

Das Theaterstück, es war eine ziemlich langweilige Geschichte, hat mir überhaupt nicht gefallen [gustar], aber meine Frau fand [encontrar] die Geschichte sehr lustig [divertido].

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Der Komponist Paul Hindemith (1895-1963) war 1915-23 Konzertmeister des Frankfurter Opernhauses und ab 127 Lehrer für Komposition an der Berliner Musikhochschule. Nach dem Boykott seiner Werke durch die nationalsozialistische “Kulturgemeinde” verließ Hindemith ab 1935 Deutschland jährlich zu längeren Aufenthalten in der Türkei, wo er in Auftrag der Regierung an der Organisation des Musiklebens beteiligt war. 1938 ging er in die Schweiz, 1940-53 lehrte er an der Yale University in New Haven, ab 1951 auch in Zürich.

Die musikgeschichtliche Stellung Hindemiths, der schon seit den früher 20er Jahren als einer de Bahnbrecher der Moderne galt, ergab sich aus seinem Ausbruch “aus konservativer Schulung in eine neue Freiheit”. Mitbegründer und Haupt der Donaueschinger Kammermusikfeste (1921-26), verband er elementares Musikantentum mit handwerklicher Meisterschaft und fand zu einer eigenen Tonsprache, die stets jenseits aller aktuellen Moden stand. Seine Abkehr von der Dur-Moll-tonalen Harmonik führte ihn nicht zur Atonalität, sondern zu einer auf experimentellem Wege gefundenen Neuordnung der 12 chromatischen Töne. Besonders bekannt wurde seine Oper “Mathis der Maler” (1934/35).

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Die Klagemauer ist eine Gebetsstätte der Juden in Jerusalem. Als die Römer 70 n. Chr. Jerusalem zerstörten, wurde auch der jüdische Tempel bis auf einen Teil der Westwand des Tempelplatzes verwüstet. Die Westwand ist 18 m hoch und war ursprünglich 485 m lang, wovon bisher 170 freigelegt sind.

Nach der Eroberung Jerusalems durch die islamischen Araber (638) war der Tempelplatz mit Ausnahme der Westwand den Juden nicht mehr zugänglich, da die Araber auf dem Gelände des ehemaligen Tempels ein islamisches Heiligtum, den Felsendom, errichteten. So wurde die Westwand des Tempelplatzes nicht nur zu einer Stätte des Gebets und des Gottesdienstes, sondern auch zu einem Ort der Klage über die Zerstörung des Tempels. Männern und Frauen ist dabei jeweils ein eigener, deutlich abgegrenzter Bereich zugewiesen. In den Fugen der Klagemauer stecken zahlreiche zusammengerollte Zettel mit den Bitten und Gebeten der Gläubigen. Auch der Zugang zur Klagemauer wurde den Juden immer wieder verwehrt, so z. B. nach dem Bar-Kochba-Aufstand im Jahr 135, dann unter den Kreuzfahrern und zuletzt 1949-67 durch ein Verbot seitens Jordaniens.

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Der Herr Professor

 

An der Freien Uni Berlin saß ich in meinem Büro, mit meinem zerrissenen Pullover, aber nicht würdevoll hinter dem Schreibtisch, sondern auf einer Bank auf der Seite und die Leute, die mich besuchten, haben sich immer niedergesetzt, guten Tag zu mir gesagt, und auf den Herrn Professor gewartet. Da bin ich eben auch gesessen, habe ein Büchlein gelesen bis dann der Besucher sagte: “Ach, der Herr Professor, der kommt wohl nicht?”  “Welcher Herr Professor?” “Der Herr Professor Feyerabend”. “Aber der ist ja schon da”. “Wie? Was? Wo? - etc. In Berkeley war ich mehrmals chairman con Committees. Also, da bin ich in den Komiteesaal hineingegangen  und habe mich niedergesetzt. Der Reihe nach kamen die anderen Herren, machten die Tür auf, schauten herein, schauten mich an, machten die Tür wieder zu.

Kamen wieder, schauten herein, schauten mich an, machten die Tür wieder zu - bis schließlich einer fragte, mit sehr zweifelhaftem Gesicht, “isn’t this the room for the ...” “Yes” I said, “I am waiting for you” - und die Gesichter hättest du sehen sollen.

[Paul Feyerabend: Briefe an einen Freund. Hrg. H. P. Duerr, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1995, S. 159]

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Barbara Hutton: "Reiches, armes Mädchen"

 

Sie war eine der schillerndsten Figuren der amerikanischen High-Society. Sie war die reichste Frau der Welt. Ihre Faszination galt schon bald der  Aristokratie. Bereits mit 20 Jahren heiratete sie den georgischen Prinz Alexis Mdivani, den ersten ihrer insgesamt sieben Ehemänner, von denen fünf adelig waren. Nach drei Jahren wurde dieser mit zwei Millionen Dollar Abfindung in die Berge geschickt. Aus der Ehe dessen Nachfolgers, eines dänischen Grafen, entstammte ihr einziger Sohn, Lance, der später mit 36 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Der einzige Hutton-Gemahl, der nicht nur an ihrem Geld interessiert gewesen sein dürfte, war  auch ihre größte Liebe: Filmstar Cary Grant. Dieser legte aber mehr Wert auf die Entwicklung seiner eigenen Karriere als darauf, die exzentrischen Bedürfnisse seiner verwöhnten Gattin zu befriedigen. Dem reichen, armen Mädchen war es nicht beschieden, glücklich zu werden. 1979 starb Barbara Hutton im Alter von 66 Jahren an Magersucht - sie wog bei ihrem Tod nur noch 34 Kilogramm. Ihre letzten Worte waren: "Mein Leben war sinnlos". Den gesamten Besitz vererbte sie ihrem treuen Butler Colin Frazer.

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Den Frontflügel verloren: Das war fatal

 

Für Roland Ratzenberger ging es im Abschlusstraining um die Qualifikation. Er hatte noch gesagt: "Ich werde mich nicht umbringen, aber ich möchte mich qualifizieren". dass ihm bei Höchstgeschwindigkeit ein Frontflügel wegflog, war fatal. Es passierte nicht irgendwo, sondern auf der absolut schnellsten Passage.

Roland Ratzenberger empfand das Fahren in Imola als "phantastisch". Freitag hatte Ratzenberger erstmals bei seinem Teamchef einen Wirbel entfacht, weil er sich über die schlechten Bremsen beschwert hatte. Er war dann etwas angefressen, aber plötzlich haben sie ihm für Samstag neue Bremse eingebaut.

Dort, wo ihm der Frontflügel wegflog, wurde aber noch nicht gebremst. Dort folgt eine Rechtsbiegung, die mit 310 km/h voll genommen wird, bevor man die Tosa anbremst.

Berger: "Ich sah den Unfall im Auto sitzend am TV-Monitor. Ich stieg aus, mir wurde schlecht. Ich war am Limit. Ich sagte mir, willst Sonntag fahren oder nicht? Ich sagte ja. Es war furchtbar, aber ich bin Rennfahrer."

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Mary Edith Durham

 

Mary Edith Durham wurde am 8. Dezember 1863 als erstes von neun Kindern in London geboren und wuchs wohlbehütet, ohne finanzielle Sorgen auf. Ihre Liebe gehörte der Malerei, und ihr Leben plätscherte ruhig dahin. Bis nach dem Tod des Vaters die mittlerweile 32jährige die Pflege ihrer kranken Mutter übernehmen musste und bald darauf in tiefe Depressionen versank. Auf  Empfehlung ihres Arztes reiste sie der Sonne entgegen ...

Was danach folgte, ist Abenteuer pur. Mit ihrer Freundin macht sie sich auf, den Balkan zu erobern. Kein Hindernis war zu groß, wenn es darum ging, Land, Leute und Sitten der auf dem Balkan neben- und miteinander lebenden Völker kennenzulernen. Wagemutig und gesellschaftliche Konventionen ignorierend, lernte sie diesen Teil der Erde kennen und lieben und zählt mittlerweile zu jenen Frauen, deren Reiseerzählungen Dokumentationsberichte und Emanzipationsgeschichte zugleich sind. [Über M. E. Durham: Reise in den Fernen Osten]

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Die Familie Gutiérrez

 

Die Familie Gutiérrez suchte einmal eine Wohnung in einem ruhigen Viertel. Herr und Frau Gutiérrez entschlossen sich, eine Wohnung in einem neuen Viertel zu besichtigen. Die Wohnung war gut gelegen, denn in diesem Viertel wohnten vornehme Leute. Das gefiel den Gutiérrez. Sie hatten immer von so einer Gegend geträumt. Sie wollten gesellschaftliche Kontakte knüpfen. Sie kamen also dort an und fanden das Haus. Der Portier begrüßte sie freundlich.

Er war ein typischer Spanier: Er roch nach Eau de Cologne und schwarzem Tabak. Der Portier hat ihnen das Haus gezeigt. Das Haus war sehr modern, aber die Wohnung war zu klein für eine Familie mit drei Kindern. Außerdem wurde eine zu hohe Kaution verlangt.

 


Taxler durch Kopfschuss regelrecht hingerichtet

 

23järiger Koch tötete, "weil er jemanden umbringen wollte"

 

Der 23järiger Koch H. Ch. erschoss den erst 27jährigen Taxilenker.

Ein Mord wie er sinnloser nicht hätte passieren können: Ein Taxilenker musste sterben, weil H.Ch. "töten wollte".  Am Mittwoch um 22.15 Uhr wurde M.E. zwischen Rum und Hall durch einen Kopfschuss ermordet. Der Todesschütze flüchtete - von einem Zeuge aufgeschreckt - zu Fuß über die Felder.

Die Beschreibung des Mörders war vorerst mehr als dürftig: Der Flüchtende trug helle Jeans. Eine weitere Spur, die der Mörder  hinterlassen hat - eine Tonbandaufnahme in der Taxizentrale -  brachte dagegen die konkreten Hinweise auf den Täter.

Die Tragödie nahm am Mittwoch um 22.00 Uhr ihren Lauf: Der spätere Mörder rief von der Telefonzelle beim Gasthof Rumer Hof an und bestellte einen Wagen zur "Austraße". M.E., der erst seit wenigen Wochen in der Firma seines Vaters gearbeitet hat, hatte gerade seine Schwester am Steuer abgelöst und war zur ÖCI-Zweigstelle beim Rumer Hof gefahren. Ab diesem Zeitpunkt waren die Kriminalbeamten auf Vermutungen angewiesen.

Der Mörder hatte den Wagen jedenfalls Richtung Osten dirigiert  und auf halbem Weg zwischen Rum und Hall anhalten lassen. Beim  dortigen Bahnübergang schoss er seinem Fahrer aus kurzer Entfernung ins rechte Auge. Das Projektil durchschlug den Kopf des  jungen Mannes, tötete M.E. auf der Stelle und flog durch die Seitenscheibe ins Freie.

Während Donnerstag noch fieberhaft nach dem Projektil gesucht  wurde, die Innsbrucks Taxler eine Belohnung von 20.000 Schilling ausgesetzt und das Tonband mit der Stimme des Mörders eifrig abgehört wurde, konnten die Kriminalisten den Mörder bereits einkreisen: Als die Polizei gegen 12.30 Uhr an der Wohnungstür von H.Ch. läutete, war ihr Mann ausgeflogen. Während aber noch die  Bewachung der Wohnung besprochen wurde, kam der erlösende Funkspruch: H. Ch. hat sich am Posten Hall gestellt und ein Geständnis abgelegt.

H. Ch. ist ein unbeschriebenes Blatt. Beim Metro-Markt in Rum, wo er als Süßwaren-Verkäufer arbeitete, galt er nach der Beschreibung seines Chefs als freundlich und zurückhaltend. Keiner seiner Kollegen wusste etwas von seiner Waffen-Leidenschaft. H.Ch hatte sogar eine Besitzkarte für drei Faustfeuerwaffen. Die Tatwaffe  hatte er nach dem Mord beim Gasthof Badl in den Inn geworfen.

Foto: 

Völlig ungerührt zeigte der Todesschütze den Kriminalbeamten die Stelle, wo er die Tatwaffe in den Inn warf. Kurz zuvor hatte sich der Süßigkeiten-Verkäufer selbst gestellt und den Beamten den Mord an M. E. (oben) gestanden.  [Kurier, 18.12.1992]

 


Mord erschüttert Innsbrucker Taxler

 

Der brutaler Taximord hat gestern Wut und Trauer unter den Innsbrucker Taxlern verbreitet. Der Tirol-KURIER hat sie an die Tax- ständen bei den teilweise total geschockten Fahrern umgehört:

Wie haben Sie reagiert, als der Mord bekannt wurde?   

I.K.: Es ist ein Wahnsinn, was da passiert ist. Ich bin zutiefst betroffen. Das war ein so junger Bursch. Der fährt erst zwei Monate. Das muss ein gestörter Mensch gewesen sein.  Wegen dem Geld hat er das nicht gemacht. In solchen Fällen müssen wir alle zusammenhalten.

R.K.  Wahnsinn, dass das passiert ist. Es muss während der Fahrt eine Auseinandersetzung gegeben haben. Der Fahrgast hat den Taxifahrer vielleicht provoziert. es war sicher keine vorsätzliche tat. Ich habe keine Angst. Ich bin gut trainiert. Ich mache Judo. Aber gegen eine Waffe ist man doch immer machtlos. Dieser Mord betrifft jeden von uns.

D.R.  Ich bin vor acht Jahren niedergestochen worden. Damals habe ich von der Nacht auf den Tag gewechselt. Ich habe damals nur 570 Schilling im Sack gehabt. Meistens fahren die Studenten in der Nacht. Die haben nie viel Geld dabei. Ich fühle mich gar nicht gut. Das kann nicht nur in der Nacht passieren, auch am Tag.

H.G.  Wie reagiere ich drauf? Es ist furchtbar traurig, was da passiert ist. Es ist schon 20 Jahre her, dass etwas Ähnliches war. Es wäre nicht schlecht, dass man, wenn man in der Nacht fährt, eine Waffe mit dabei hat. Angst habe ich jetzt trotzdem keine. Ich fahre schon seit über 30 Jahren Taxi und nie ist etwas passiert.

  


Seit 1945: Zwei Taximorde in Tirol

 

Seit dem Weltkrieg wurden in Österreich zwölf Taxifahrer ermordet, zwei in Tirol.

Der letzte Mord an einem Tiroler Taxler liegt 21 Jahre zurück.

Am 13. März 1971 wurde der Student Helmut Bösch in Hötting mit einem Winkeleisen erschlagen.

Überfälle auf Taxifahrer hat es in Tirol allerdings mehrere gegeben. Die brisantesten Raubzüge der jüngeren Vergangenheit:

11. Dezember 92: Vor knapp einer Woche erbeutete Z.M. mit einer Pistole in Innsbruck 1500 Schilling. Er wurde von Kollegen des Taxlers gestellt.

12. Juli 91: W. R. versuchte vergebens mit einem Messer in Fügen einen Taxler zu berauben. Ihm gelingt die Flucht. 

12. November 88: Mit einem Messer erzwangen M. R. und Ch. M. die Herausgabe von 2.600 Schilling.

Andere Überfälle: 3. Oktober 88 und 23. Oktober 86.

 


Sturz im Supermarkt

 

Es tut nicht wirklich etwas zur Sache, doch sollten wir von Anfang an wissen: Es war keine Lacke im herkömmlichen Sinn. Der Richter stellte fest: "Die nasse Stelle war kein nasser Fleck, sondern eine Stelle, die aussah, als ob dort gerade aufgewischt worden wäre."

Glitschig war's, zumindest das steht fest. Frau Annemarie rutschte im Supermarkt mit vollem Einkaufskorb aus. Der Sturz zog eine Gehirnerschütterung nach sich, Schwindelgefühle und Kopfschmerzen hielten sich lang. Frau Annemarie klagte den Supermarkt auf 80.000 S Schmerzensgeld und Schadenersatz (ihr Kleid war zerrissen): Man hatte offenbar kurz vor ihrem Ausrutscher den Boden aufgewaschen, ohne die Kunden zu warnen.

Haftet der Supermarkt für die Folgen, weil der Boden nicht ordentlich trocken gewischt worden war?

Ehe Sie darangehen, Ihr Urteil abzugeben, sollten Sie sich Frau Annemaries Schuhe anschauen.

Sie trug an diesem Tag selbstverständlich keine Gummistiefel. Aber auch keine Stöckelschuhe (mit denen man leichter ausrutschen könnte), sondern Stiefeletten mit Fünf-Zentimeter-Absatz. Das ist nicht besonders steil, oder?

 

Wie das Gericht entschieden hat

 

Selber schuld! Das Gericht sprach Frau Annemarie nicht einen Groschen Schadenersatz zu. Erstens, weil sie am Unglückstag kein "geeignetes Schuhwerk" anhatte.

Zweitens, weil sie einen schweren Einkaufskorb trug.

Drittens, weil sie sich beim Verlassen des Geschäfts mit einer Bekannten unterhielt und daher unachtsam war. Und viertens, weil die nasse Stelle im Supermarkt bloß ein "hauchdünner Film" war.

 


Übersetzungsübung

 

[1]

Wer war am Telefon? - Niemand. Er hat aufgelegt. [colgar]

[2]

Ach, vielleicht war es für mich, ich erwarte einen Anruf.

[3]

Ich habe es immer schon gewusst.

[4]

Haben wir uns schon mal gesehen? [alguna vez]

[5]

Das habe ich nicht gewusst.

[6]

Und es kam, was kommen musste. [suceder]

[7]

Der Film hieß: “Der Mann, der zuviel wusste.”

[8]

Ich habe bis jetzt noch nichts darüber gehört.

[9]

Es war einmal. Helmut Berger in seiner Glanzzeit: Ein Österreicher eroberte die Welt. Dann kamen Kokain und ein Selbstmordversuch.

[10]

Er hat immer gemacht, was er wollte.

[11]

Er fand, was er suchte.

[12]

Ich habe gemacht, was ich konnte.

[13]

Auf Wiedersehen, Herr X, es war mir ein Vergnügen.

[14]

Kommen Sie herein, ich habe Sie bereits erwartet.

[15]

In Amerika gibt es über 2000 verschiedene Sprachen. Hätten Sie es gewusst?

[16]

Entschuldigen Sie die Störung, ich wollte mich nur verabschieden. [despedirse]

[17]

Mein Vater hat immer gesagt: Mein Sohn, ...

[18]

Dachte ich mir! [imaginárselo]

[19]

Das ist mehr als alle erwartet haben.

[20]

Hätten Sie was gebraucht? [necesitar]

[21]

Ein Polizist war da, er hat nach dir gefragt. - Und was hat er gewollt?